Reden
An dieser Stelle dokumentieren wir unsere Redebeiträge.
Rede des BAK Shalom auf der Iran-Kundgebung “Freiheit statt Islamische Republik” in Berlin am 05. August 2009
am 1. August begann der Prozess gegen hunderte Iraner_innen, denen zum Vorwurf gemacht wird, die nationale Sicherheit der islamischen Republik gefährdet zu haben. Unter ihnen sind Student_innen, Journalist_innen, Anwält_innen, sonstige Oppositionelle und ehemalige Regierungsmitglieder.
Am 12. Juli nach der Wahlfarce, ist der Iran in die tiefste Krise seit der islamischen Revolution 1979 gekommen. Laut konservativen Schätzungen sollen rund 2500 Oppositionelle in diesem Zeitraum gefangen genommen worden sein, mindestens 100 wurden während der Proteste auf den Straßen durch Polizei und Basiji-Milizen getötet.
Unsere Gedanken sind mit den hinterbliebenen Familien und Freund_innen, unsere Gedanken sind mit den Gefangenen und all jenen, die tagtäglich um ihr Befinden in den Kerkern Teherans bangen müssen.
Wenn wir daher für die Demokratisierung und Liberalisierung des Iran eintreten, treten wir zugleich gegen die Gefangennahme von Oppositionellen ein und für das Ende der Todesstrafe, die vielen von ihnen nun droht. Wir treten ein für ein Ende der Geschlechterapartheid und für die Gleichberechtigung religiöser und ethnischer Minderheiten.
Rede des BAK Shalom am 10.10.09 in Leipzig auf der Demonstration “Still not lovin’ Germany”
Im Aufruf dieser Demonstration gab es einen Absatz zum Thema DDR-Ideologie, der vor allem den Antizionismus der DDR-Regierung kritisierte. Eine genauere Betrachtung des Themas ist sinnvoll, vor allem, da alte Ideologiefragmente aus DDR-Zeiten noch heute in Teilen der Linken weiterexistieren und gesamtgesellschaftliche Diskurse beeinflussen.
Vor allem der Antiamerikanismus diente schon zu DDR-Zeiten als Instrument, um regressive Maßnahmen durchzuführen bspw. Parteisäuberungen oder die Beschneidung individueller und kollektiver Freiheitsrechte. Eine klare Distanzierung vom Antiamerikanismus ist Grundlage für eine Neukonstituierung der Linken hierzulande, auch um eine Kapitalismuskritik im emanzipatorischen Sinne zu entwickelt.Eine „echte, wahre Volksgemeinschaft“ versprach Wilhem Pieck schon 1942 im Exil noch bevor er erster Präsident der DDR wurde.
Der positive Bezug auf das Volk wird in der DDR-Ideologie im Gegensatz zum Kapitalismus gestellt: Von „Börsenhyänen“ ist da die Rede, von „Kuponabschneidern“, von „gerissenen Konzernschiebern“, von „Parasiten“, von „Blutsaugern“, von „Verderbern des deutschen Volkes“.


