Jüdische Rundschau: Arbeitskreis “Shalom”. Außenseiter in der eigenen Partei

By ronvarence • May 15th, 2015 • Category: Pressespiegel

Das Gespräch führte Richard Diesing

Woher kommt Antisemitismus bei den Linken und speziell bei der Linksjugend in NRW, in der ihr aktiv seid?

Stefan: In der Linksjugend NRW dominieren zwei Strömungen. Zum einen das trotzkistische Netzwerk Marx21, zum anderen eine sich positiv auf Stalin und den Stalinismus beziehende Szene mit der Linksjugend solid Duisburg als Zentrum.
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Mercedes: Letzten Sommer haben Teile der Linksjugend NRW eine Demonstration mit dem Titel „Stoppt die Bombardierung Gazas – für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten“ organisiert.
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Wart ihr denn in Essen dabei? Wie habt ihr die Demo erlebt?
Mercedes: Einige von uns waren anwesend. Es war unserer Meinung nach einer der schlimmsten antisemitischen Aufmärsche in Deutschland seit Jahren. In einer winzigen Gruppe waren wir stundenlang eingekesselt, während hunderte Israelhasser um uns herum „Kindermörder Israel“ und „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ riefen. Die üblichen Parolen eben. Alles dank des organisatorischen Talents der Linksjugend möchte ich noch einmal betonen.
(…)
Was ist bei eurem Gründungstreffen in Wuppertal passiert?
Mercedes: Faktisch gab es ein solches gar nicht. Es war wohl etwas naiv von uns anzunehmen, an einem Freitag könnte einer von uns in Wuppertal eine Kippa tragen. Es kamen fünf junge Männer auf uns zu, als wir gerade die Treppen zum AStA der Universität Wuppertal emporstiegen, die unser Treffpunkt sein sollte. Zwei von uns wurden festgehalten und geschlagen. Die anderen eilten zu Hilfe, sofern sie nicht zu geschockt dafür waren, und bekamen ebenfalls Schläge ab.

(via)

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