Bericht vom 23. BAK-Treffen in Kassel: Generationenwechsel und Veränderungen im Jugendverband standen im Mittelpunkt

By ronvarence • May 19th, 2014 • Category: Berichte, Hauptartikel

Am Wochenende vom 25. bis 27. April 2014 fand in Kassel das Verbandswochenende der Linksjugend ['solid] statt, in dessen Rahmen sich üblicherweise auch die Bundesarbeitskreise treffen. Für den BAK Shalom war dies das mittlerweile 23. Bundestreffen. Es stand im Zeichen des Generationenwechsels und sich ändernder Verhältnisse im Jugendverband.

Der BAK Shalom im Generationenwechsel

Mit der Frage, welche Erwartungen die Anwesenden vom BAK Shalom haben und wieso für sie gerade das Thema Antisemitismus wichtig ist, begann die Sitzung partizipativ und erfolgversprechend, was sich im Verlauf des Treffens bestätigte. Diese grundlegende Diskussion wurde angeregt, weil sich bereits im Vorfeld durch das vergangene BAK-Wochenende im Dezember 2013 in Saalfeld ein erkennbarer Generationenwechsel im BAK Shalom andeutete. Dieser zeichnet sich durch ein insgesamt gestiegenes Interesse an der Mitarbeit im BAK Shalom sowie neue Gesichter insbesondere jüngerer Leute aus. Diskutiert wurde daher, wie Neumitglieder an bestehenden Arbeitsstrukturen partizipieren können, Wissenshierarchien zwischen Alt- und Neumitgliedern abgebaut werden und die Entscheidungsfindung im Arbeitskreis so inklusiv wie möglich stattfinden kann. Obwohl Umbruchphasen innerhalb eines Arbeitskreises immer mit Herausforderungen verbunden sind, sind sie doch notwendig, um auch zukünftig die Arbeit des Jugendverbands und der Partei zu begleiten.

Das Verhältnis zum Jugendverband

Nach einem Einführungsvortrag über die vergangen Jahre des BAK mit einer skizzenhaften Vorstellung über die gesammelten Erfahrungen und geführten Streitigkeiten in Jugendverband und Partei, ließ sich schließlich festhalten, dass sich der BAK Shalom in seinem siebenten Jahr seiner Existenz fest etabliert hat. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass der BAK noch nie mit derart wenigen Anfeindungen aus Jugendverband und Partei zu kämpfen hat, wie sich unter anderem auf den Bundeskongressen der letzten beiden Jahren widerspiegelte. Dort kam es nicht mehr wie üblich zu Anträgen, die direkt gegen den BAK Shalom gerichtet waren.

Einigkeit bestand darin, dass Jugendverband und Partei durch die Arbeit des BAK für Phänomene wie den israelbezogenen Antisemitismus sensibilisiert wurden. Unklar ist jedoch, ob bereits eine sprachliche Veränderung in israelbezogenen Auseinandersetzungen ein Erfolg ist, oder sich stattdessen latent israelfeindliche Positionen aufgrund der Kritik des BAK Shalom lediglich nur sprachlich – nicht jedoch substantiell – transformiert haben. Die Debatte darüber und der Umgang mit dieser Entwicklung wird den BAK auch zukünftig begleiten.

Ebenfalls diskutierten die Mitglieder des BAK Shalom die Ungleichzeitigkeit der innerverbandlichen Entwicklung beim Thema Antisemitismus: Während einige Landesverbände innerhalb der vergangenen Jahre eine positive Entwicklung genommen haben, verhallt die Kritik des BAK bei anderen Landesverbänden vollkommen. Der BAK wird eine Antwort auf diese ungleichzeitige Entwicklung finden müssen. Diskutiert wurde die Idee, in inhaltlich vernünftig aufgestellten Landesverbänden stärker tiefgreifende Bildungsarbeit zu leisten, die auf eine emanzipatorische Analyse kapitalistischer Vergesellschaftung abzielt und daher die Themenkomplexe der Kritik am regressiven Antikapitalismus im Allgemeinen und der Kritik des Antiamerikanismus im Besonderen aufgreift. In eher dogmatisch geprägten Landesverbänden indes wird die Sensibilisierung für israelbezogenen Antisemitismus weiterhin im Mittelpunkt stehen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kritik des israelbezogenen Antisemitismus oftmals nur Katalysator einer umfassenderen Gesellschaftskritik ist, die sich von vulgärmarxistischen Ressentiments unterscheidet.

Arbeitsschwerpunkte: Kritik von Verschwörungstheorien, Montagsdemos und Antiamerikanismus

Als neue Schwerpunkte kristallisierten sich Antiamerikanismus und die Kritik des regressiven Kapitalismus heraus. Anlass hierfür besteht besonders aufgrund der antisemitischen „Friedensdemos“, auf welchen sich seit rund einem Monat Verschwörungstheoretiker*innen und Antisemit*innen aller Couleur versammeln. Außerdem wird im Mai die Veranstaltungsreihe Antisemitismus und Fußball stattfinden.

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