Linksjugend ['solid] Nordrhein-Westfalen und das Gedenken an die Nakba – eine Distanzierung

By ronvarence • May 18th, 2014 • Category: linksjugend ['solid]

An dieser Stelle dokumentieren wir eine Erklärung von Linksjugend ['solid]-Mitgliedern aus Nordrhein-Westfalen, in der sie sich von der Positionierung des LandessprecherInnenrates (”Für ein Gedenken an die Nakba und ein Ende der Besatzung!”) distanzieren.

Wir distanzieren uns hiermit klar von der unter dem Titel “Für ein Gedenken an die Nakba und ein Ende der Besatzung!” auf der Homepage der Linksjugend ['solid] NRW erschienenen Pressemitteilung. Der Verfasser Daniel Kerekes spricht darin von der “Vertreibung” einer halben Million PalästinenserInnen, was historischen Tatsachen klar widerspricht. Nicht wenige entschieden sich aus eigenem Antrieb, den entstehenden jüdischen Staat zu verlassen, oft in der Hoffnung, kurze Zeit später wieder zurückkehren zu können, nach der erwarteten Vernichtung Israels durch die Armeen der arabischen Staaten. Diese existenzielle Bedrohung, der Israel mit der Kriegserklärung durch die arabischen Nachbarstaaten von Anfang an ausgesetzt war, wird von Kerekes völlig ausgeblendet.

Ebenso problematisch ist die Forderung einer Konfliktlösung, die die “Flüchtlingsfrage” mit einschließen soll. Gemeint sind damit nämlich nicht nur die, die 1948 flohen, sondern auch deren Nachkommen, welche mittlerweile weit in die Millionen gehen. Würde Israel all diese Menschen aufnehmen oder auch nur einen großen Teil von ihnen, wären die jüdischen Israelis damit eine Minderheit in einem arabisch geprägten Staat und der Existenzzweck des Staates Israel, einen Schutzraum für Jüdinnen und Juden weltweit zu bieten, könnte nicht mehr aufrechterhalten werden.

Statt das Ende des jüdischen Staates herbeizufantasieren, sollten die, die sich “Palästinasolidarität” auf die Fahnen schreiben, viel mehr die Lebensumstände und Diskriminierungen thematisieren, unter denen palästinensische Flüchtlinge in den umliegenden arabischen Staaten zu leiden haben. Für diese Menschen interessieren sich die meisten selbsternannten PalästinafreundInnen aber nur dann, wenn sich deren Leid gegen Israel instrumentalisieren lässt.

Über den Mythos Nakba hat bereits 2011 Alex Feuerherdt auf Einladung des Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom und des stipendiatischen AK Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung referiert. Einen Mitschnitt gibt es hier.

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