Ein „Massaker“ „gegen die Welt“

By ronvarence • Jun 12th, 2013 • Category: Gesellschaft, Hauptartikel

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Mit folgendem Text von Daniel Poensgen beenden wir heute die Artikelreihe „Drei Jahre nach der ‚Free Gaza‘-Flotte – drei Beiträge zum Antisemitismus inner- und außerhalb der LINKEN“ . Nachdem sich die ersten beiden Artikel mit dem Antisemitismus von links beschäftigt haben, analysiert nun Poensgen den Antisemitismus der Mitte.

Ein Massaker gegen die Welt

Die Free Gaza-Flotte und der israelbezogene Antisemitismus der Mitte

„Aber es gibt keine Antisemiten mehr“[1] schreiben Horkheimer und Adorno in der VII. These der „Ele­mente des Antisemitismus“ in der „Dialektik der Aufklärung“: Nach dem „Zivilisationsbruch“ Auschwitz (Dan Diner) ist ein positiver Bezug zum Antisemitismus in der Bundesrepublik gesellschaftlich marginalisiert. Dis­kussionen über den Antisemitismus sind daher in der Regel Abwehrdebatten über den „Anti­se­mi­tis­mus­vor­wurf“, es stellt sich die Frage: „War Hitler Antisemit?“[2] Dies zeigt sich insbesondere bei antisemitischen Äuße­rungen, die sich nicht auf ‚den Juden’, sondern auf den jüdischen Staat Israel beziehen. Auch für diesen „is­raelbezogenen Antisemitismus“ gilt: Antisemitismus ist immer der Antisemitismus der anderen. Und so wer­den antisemitische Ressentiments gegenüber Israel in der wissenschaftlichen wie öffentlichen Debatte als Pro­blem von Neonazis, Muslimen und Linken externalisiert. Im Folgenden soll dagegen gezeigt werden, dass auch der israelbezogene Antisemitismus ein weit verbreiteter Wahn ist, der es Menschen mit unterschiedlichen po­li­tischen Einstellungen unter anderem erlaubt, an ihrer Affirmation von Staatlichkeit festzuhalten.


Möllemann, die Mitte und der israelbezogene Antisemitismus

Die Mitte lässt sich nicht statisch, das heißt nach unverrückbaren politischen Positionen bestimmen, son­dern lediglich dynamisch in ihrer Abgrenzung zu den selbst definierten rechten und linken Rändern. Sie ver­spricht die „Verheißung einer höheren dritten Position (…), die sich der ideologischen Einseitigkeit der linken und rechten Extreme entledigt“[3] und ist am „Fortbestehen der Herrschaftsverhältnisse“[4] interessiert. Für Deutsch­land bedeutet das aktuell, dass die Mitte durch einen positiven Bezug auf Staat und Demokratie im All­gemeinen und die Bundesrepublik Deutschland im Besonderen gekennzeichnet ist und im Par­teien­spek­trum CDU/CSU, SPD, FDP, die Grünen und den überwiegenden Teil der Partei Die Linke umfasst.

Ergibt sich aus dem aktuellen Selbstverständnis der Mitte, dass sie sich für nicht antisemitisch hält, lässt sich dies mit sozialwissenschaftlichen Überlegungen zum Antisemitismus nicht belegen. So gelten beispiels­weise für Horkheimer und Adorno „Bürger“,[5] „der Subjektivität beraubte Menschen als Subjekte los­ge­las­sen“[6] als Träger von Antisemitismus. Hannah Arendt benennt als Antisemiten den „Mob“, die „De­klassierten“[7] aus allen Klassen, schließlich die „vermassten“[8] und „absolut isolierten“[9] Individuen, die ge­prägt sind von Konkurrenz und Verlassenheit – keine Spur also von extremistischem Hufeisenwerfen.

Die Schlussfolgerung, dass der israelbezogene Antisemitismus auch bei Menschen, die sich der Mitte zu­rech­nen, weit verbreitet sein muss, bestätigt sich in Umfragen: So stimmen in einer Erhebung von 2005 31,7% der Aussage „Durch die israelische Politik werden mir die Juden immer unsympathischer“,[10] dem State­ment „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“ sogar 68,3% „eher“ und „voll und ganz“ zu. „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip auch nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben“ finden 51,2%.

Ein Beispiel für den israelbezogenen Antisemitismus der Mitte lieferte die Auseinandersetzung um die FPD-Politiker Möllemann und Karsli im Wahlkampf 2002.[11] Karsli hatte als migrationspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen im März eine antisemitischen Presseerklärung mit dem Ti­tel „Israelische Armee wendet Nazi-Methoden an“ veröffentlicht und die Partei nach Kritik durch den Lan­des­vorstand verlassen. Jürgen Möllemann, Vize-Parteivorsitzender der FDP und Landesvorsitzender in NRW, machte ihm daraufhin das Angebot, in die FDP-Fraktion zu wechseln, was Karsli annahm. Möllemann recht­fer­tigte im Zuge der Auseinandersetzung palästinensische Selbstmordattentate gegen israelische Zivilisten, sprach von „Denkverboten“ und vom „Totschlagargument Antisemitismus“ und warf Michel Friedmann vor, durch sein Verhalten Antisemitismus zu befördern. Rückendeckung erhielt Möllemann bis zum ent­täu­schen­den Wahlausgang im September 2002 vom FDP-Vorsitzenden Westerwelle. Damit agierte nicht nur eine Par­tei der Mitte im Wahlkampf antisemitisch, man berief sich im Laufe der Auseinandersetzung mehrfach expli­zit auf eine „breite Mitte“, der die FDP eine „neue demokratische Heimat“ böte.[12] Tatsächlich führte der an­ti­semitische Kurs Möllemanns zu einem zwischenzeitlichem Umfragehoch der FDP und ca. 1.000 Neu­ein­trit­ten.[13] Es dauerte zwei Monate, bis die mediale und politische Öffentlichkeit überwiegend kritisch auf den Kurs der FDP reagierte. Zustimmung zu Möllemann fand sich jedoch auch über diese Zeitspanne hinaus quer zu al­len politischen Lagern in Zeitungen wie Junge Freiheit und National-Zeitung, Focus und Frankfurter Allgemeine Zei­tung, Neues Deutschland und Junge Welt.


Tageszeitungen der Mitte und die „Free Gaza“-Flotte

Wie sieht nun die Reaktion von Tageszeitungen der politischen Mitte auf aktuellere Vorfälle, die Kritik am israelischen Vorgehen hervorrufen, aus? Dies soll im Folgenden an Hand der Berichterstattung der Ta­ges­zei­tungen Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung (SZ), Frankfurter Rundschau (FR) und ta­ges­zei­tung (taz) anlässlich der Aufbringung der „Free Gaza“-Flotte im Mai 2010 gezeigt werden.[14] Ziel dieser Flotte war es, die israelische Seeblockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. An Bord der Schiffe befanden sich ne­ben 10.000 Tonnen Hilfsgütern eine bunte Mischung aus Islamisten, extremen Nationalisten und linken Friedensaktivisten, unter ihnen zwei Parlamentarierinnen der Partei Die Linke. Verlief die Auf­brin­gung der meisten Schiffe ohne nennenswerte Zwischenfälle, kam es auf der Mavi Marmara zu gewaltsamen Wi­derstand durch ca. 40 Personen, in dessen Verlauf israelische Soldaten verletzt, ihre Schusswaffen ent­wen­det und ein Soldat in die Gewalt der Flottenteilnehmer gebracht wurde. Die israelische Armee setzte scharfe Munition ein und tötete neun der Aktivisten.

Die Berichterstattung über die Militäraktion ist nicht lediglich überwiegend von Kritik, sondern von anti-is­raelischen Ressentiments, also Zuschreibungen, die einer Reflexion oder einem Abgleich mit der Wahrheit ent­zogen sind, geprägt. Die genauen Umstände der Aufbringung der Mavi Marmara sind ausdrücklich nicht von Interesse: „Natürlich muss geklärt werden, was passiert ist und ob die Soldaten von oben geschossen oder aus Angst überreagiert haben. Aber entscheidend ist das nicht“,[15] schließlich: „Keine Erklärung kann das Verbrechen von Montagmorgen rechtfertigen.“[16] Was genau passiert ist, spielt keine Rolle: Der „Free Ga­za“-Zwischenfall dient nur als willkommener Anlass, von Israel das Bild eines aggressiven, aber auch ir­ra­tio­na­len, manipulativen und kriminellen Staates zu konstruieren. So wird der jüdische Staat als „Kampf­ma­schine“[17] und „Wagenburg“[18] beschrieben, „je mehr Feindseligkeiten ihnen entgegenschlagen, desto mehr dre­hen die Israelis am eigenen Rad“.[19] Als manipulativ gilt Israel, wenn es beispielsweise heißt „Tel Aviv möchte Glauben machen“,[20] Israel stelle „kühne Behauptungen“[21] auf, „die Show soll weitergehen“.[22] Doch nicht nur das: Israel ist auch „blutbefleckt“[23] und „korrumpiert“,[24] eine „Piratenbande“,[25] die ein „Mas­sa­ker“[26] und einen „barbarische[n] Akt“[27] begangen hat.

Das Ressentiment behaftete Bild von Israel, das in den Tageszeitungen der Mitte anlässlich der Aufbringung der „Free Gaza“-Flotte überwiegend gezeichnet wird, ist dabei so gestaltet, dass es leicht anschlussfähig für of­fenen Antisemitismus ist. Antisemitismus wird zudem immer wieder ohne jegliche (kritische) Einordnung zi­tiert, antisemitische Aussagen in Interviews werden ignoriert. Und so wird Israel – „allein gegen die Welt[28] – als Gegenstaat,[29] als Gegenspieler der Welt- und Staatengemeinschaft dargestellt.[30] Wenn Israels Marine die Ma­vi Marmara stoppt, ist dies nicht etwa ein Angriff auf eben jenes Schiff, auch nicht auf die Türkei oder die Pa­lästinenser, nein: Israel erschießt „Humanität“[31] und „Menschlichkeit“.[32] Politiker aus Malaysia, Quatar und Indonesien werden zitiert, solange sie nur den jüdischen Staat kritisieren. Israels Existenzrecht wird in Frage gestellt, wenn der Staat direkt oder in Zitaten als „Staatsterrorist“,[33] „Apartheidsstaat“,[34] jedenfalls aber nicht als „normaler Staat“[35] bezeichnet wird. Vergleiche mit dem Nationalsozialismus finden sich zwar selten, aber durchaus, wiederum vor allem in nicht eingeordneten Zitaten: „‚Hitlers Kinder‘ sah die islamische re­gie­rungs­nahe Yenif Safak [eine türkische Zeitung – der Verfasser] gar am Werk“,[36] Israel sei ein „faschistischer Staat“,[37] denn: „75% der Israelis wählen rechte oder rechtsextreme Parteien“.[38] Statt von Abschiebung der Ak­tivisten, ist von „Deportationen“[39] die Rede. Israel werden „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“[40] vor­ge­worfen. Auch antisemitische Stereotype finden sich in den Artikeln, wenn Israel als Störer des Weltfriedens, als manipulative Medienmacht oder als Profiteur der Shoah dargestellt wird.

Es zeigt sich also: Die Berichterstattung ist nicht bloß von überwiegender Kritik geprägt, sondern von Res­sentiments. Diese sind dabei kaum zufällig so gestaltet, dass sie zwar in der Regel nicht direkt und offen an­ti­semitisch sind, es aber Menschen leicht fällt, sie in ihre antisemitische Denkweise zu integrieren.


Staatsfetisch und Hass auf Israel

Warum aber bleibt es nicht beim Ressentiment gegen Israel als spezifischen Staat, warum wird es viel­mehr als jüdischer Staat antisemitisch beschrieben? Warum werden Israel Dinge vorgeworfen, die bei anderen Staa­ten gar nicht erst wahrgenommen werden?

Der jüdische Staat Israel gilt Antisemiten einerseits als kollektiver Jude, andererseits aber auch als „Ju­de unter den Staaten“ (Leon Poliakov): Konflikte mit Aspekten von Staatlichkeit werden vom Verhältnis zum ‚eige­nen’ Staat abgespalten und auf Israel projiziert. Dies muss bei Menschen, die sich positiv auf Staat­lich­keit beziehen, wie es für die politische Mitte zutrifft, in besonderem Maße der Fall sein. Doch ist es überhaupt sinn­voll, von einem Staat als Objekt des Antisemitismus zu sprechen?

Moishe Postone bezeichnet in seinem Aufsatz „Nationalsozialismus und Antisemitismus“[41] jenen als be­son­ders gefährliche Form des Fetischs wie Marx ihn bestimmt hat: Gesellschaftliche Verhältnisse treten im Ka­pitalismus nicht als solche, sondern als vergegenständlichte, natürliche Eigenschaften von Ware, Geld und Ka­pital auf, „zudem antinomisch, als Gegensatz von Abstraktem und Konkretem“.[42] Im Antisemitismus wird nun ausschließlich die abstrakte Seite des Kapitalismus abgelehnt, diese jedoch ebenfalls konkret ver­gegen­ständ­licht in Gestalt des Judens wahrgenommen. Postone erläutert dies zunächst mit der grundlegenden Form des Fetischs, dem Warenfetisch. Die Beziehung zwischen Menschen als Beziehung zwischen Dingen (den Waren) bringt aber auch eine besondere Form der Beziehung zwischen den Menschen hervor: Die Rechts­form. Sie soll garantieren, dass sich die Warenbesitzer als Freie und Gleiche anerkennen. Wie Pa­schu­ka­nis[43] gezeigt hat, erscheint auch dieses Verhältnis als verdinglicht, da Menschen sich selbst und andere ganz na­türlich als Rechtssubjekte wahrnehmen. Ohne Staat jedoch kein Recht, und, man ahnt es schon, auch den neh­men die bürgerlichen Subjekte fetischisiert[44] wahr: Zwar als menschengemacht, gleichzeitig jedoch als über­mächtig, ewig, von der Ökonomie getrennt. Die den Staat bestimmende Antinomie von Gewalt und Recht, Souveränität und Gesetz, Willkür und Demokratie wird dabei ausgeblendet, der Staat als scheinbar mäch­tiger Gegenspieler der Ökonomie, als Sozial- und Rechtsstaat, als natürlicher Ausdruck einer Über­ein­kunft von Individuen affirmiert.[45] So bleibt am Ende von der Kritik an der gegenseitigen Konstituierung von Staat und Kapital nur die Lobbykritik, vom Unbehagen dem Souverän gegenüber fast nur die Forderung, Ge­heim­dienste abzuschaffen.

Dem Staat fühlt man sich zu Recht ausgeliefert: Man trägt ihn als Währung und Perso in der Tasche, er schützt zumindest die eigene, als kümmerliche Warensammlung erscheinende Mittellosigkeit. Während man im Neukundencenter des Jobcenters für geringer werdende Leistungen anstehen muss, kaum noch auf Rente zu hoffen vermag, ist man doch zumindest froh über das Glück, kein Russe, Grieche oder gar So­ma­lier sein zu müssen. Der Staat erleichtert das Elend, dass er doch erst ermöglicht, und dafür gebührt ihm der Dank der Warenhüter. Die als negativ empfundenen Aspekte des Staates – Gewalt, Willkür und Ka­pi­talsouveränität – werden hingegen abgespalten und konkret als Eigenschaften Israels wahrgenommen, zu se­hen wiederum in der Berichterstattung über die „Free Gaza“-Flotte. Als Akteur der „Kampfmaschine“[46] Is­rael taucht vor allem das Militär auf, die Israelis als Bevölkerung verschwinden: „Das Militär betrachtet den Staat als Filiale“. Der jüdische Staat wird so am deutschen Frühstückstisch zum gewalttätigen „Staat ohne Volk“,[47] in dem Recht, Demokratie und Volkssouveränität keine Rolle spielen: „In Israel redet erstmal nur einer: die Re­gierung“.[48] Das Beharren auf die eigene Souveränität wird Israel explizit vorgeworfen,[49] dass die is­rae­lische Staatsgewalt über ihr Territorium und ihre Bevölkerung entscheidet, wie es alle Staaten (mehr oder we­ni­ger erfolgreich) tun, führt zum Vorwurf des „Landraubs“[50] und der „Apartheid“.[51] Israel ist somit kein „nor­maler Staat“, vielmehr ein „verkommenes System“,[52] man müsse sich um den Ausschluss aus den Ver­ein­ten Nationen bemühen.[53]


Israelbezogener Antisemitismus der Mitte

Es zeigt sich also: Israelbezogener Antisemitismus ist kein Problem von wie auch immer bestimmten Ex­tre­misten. Antisemitismustheorien, Umfrageergebnisse, aber auch Ereignisse wie die Aus­ein­an­der­set­zun­gen um Möllemann 2002 oder die Berichterstattung zur Aufbringung der „Free Gaza“-Flotte 2010 ver­deut­li­chen vielmehr, dass antisemitische Ressentiments gegenüber Israel weit verbreitet sind. Die politische Mitte der Bundesrepublik Deutschland will diese aber nur erkennen und kritisieren, wenn sie von (z.T. ver­meint­li­chen) Muslimen und (i.d.R. tatsächlichen) Linken geäußert werden – wie anlässlich des Films „Tal der Wölfe: Pa­lästina“ oder im Rahmen der Debatte um die Studie von Salzborn und Vogt.[54] Für Linke darf dies alles kein Grund sein, sich zurückzulehnen und sich in der antiisraelischen Gemütlichkeit einzurichten. Vielmehr gilt es über den Kampf gegen Antisemitismus hinaus die eigene Staatsaffirmation zu reflektieren: Wer Eman­zi­pa­tion und nicht bloß Arbeitsplätze und sichere Renten will, muss das Ende von Ausbeutung und Herrschaft wol­len, die Kritik also auf die politische Ökonomie, auf Staat und Kapital richten.

Daniel Poensgen, Sozialwissenschaftler aus Berlin.

Dieser Artikel wurde im Rahmen der Textreihe „Drei Jahre nach der ‚Free Gaza‘-Flotte – drei Beiträge zum Antisemitismus inner- und außerhalb der LINKEN“ auf der Internetseite des Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom veröffentlicht.

29.05.2013 – WAS DAS FÜR DIE LINKE BEDEUTET: ANTISEMITISMUS UND ANTIZIONISMUS – GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE von Stefan Kunath, Gründungsmitglied des BAK Shalom

05.06.2013 – DIE LINKE UND DIE ANTISEMITISMUSDEBATTE: WAS BLEIBT? von Dr. Klaus Lederer, Landesvorsitzender DIE LINKE Berlin

12.06.2013 – EIN „MASSAKER“ „GEGEN DIE WELT“. DIE „FREE GAZA“-FLOTTE UND DER ISRAELBEZOGENE ANTISEMITISMUS DER MITTE von Daniel Poensgen, Sozialwissenschaftler aus Berlin


[1] Horkheimer, Max / Adorno, Theodor W. (1969): Dialektik der Aufklärung, Frankfurt a.M., S. 209.

[2] Titanic (2002): 23. Jg., Heft 7.

[3] Lenk, Kurt (1994): Rechts, wo die Mitte ist. Studien zur Ideologie: Rechtsextremismus, Nationalsozialismus, Konservatismus, Baden-Baden, S. 13.

[4] Jaschke, Hans-Gerd (1993): Politische Richtungswechsel im Wandel: Neue Linke, Neue Rechte – Gibt es auch eine Neue Mitte?, in: Guggenberger, Bernd / Hansen, Klaus (Hrsg.), Die Mitte. Vermessungen in Politik und Kultur, Opladen, S. 60.

[5] Horkheimer, Max / Adorno, Theodor W. (1969), S. 203.

[6] Ebd., S. 180.

[7] Arendt, Hannah (1986): Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München, S. 247.

[8] Ebd., S. 679.

[9] Ebd., S. 698.

[10] Vgl. Heyder, Aribert / Iser, Julia / Schmidt, Peter (2005): Israelkritik oder Antisemitismus? Meinungsbildung zwischen Öf­fent­lich­keit, Medien und Tabus, in: Heitmeyer, Wilhelm (Hrsg.): Deutsche Zustände. Folge 3, Frankfurt a.M.

[11] Vgl. Rensmann, Lars (2004): Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutsch­land, Wiesbaden, S. 446ff.

[12] Zit. ebd., S 464.

[13] Vgl. Salzborn, Samuel / Schwietring, Marc (2003): Antizivilisatorische Affektmobilisierung: Zur Normalisierung des sekundären An­ti­semitismus, in: dies. / Klundt, Michael / Wiegel, Gert (Hrsg.): Erinnern, verdrängen, vergessen: Geschichtspolitische Wege ins 21. Jahr­hundert, Gießen, S. 67f.

[14] An erschreckenden Beispielen für den israelbezogenen Antisemitismus der Mitte mangelt es leider nicht: So beschuldigte Sigmar Gabriel Israel, ein „Apartheidregime“ zu betreiben. EU-Außenministerin Ashton erinnern die Morde im französischen Toulouse an Gaza.

[15] Schüsse aus dem Bunker, in: tageszeitung vom 1.6.10, S. 12.

[16] Zwanghaft wie eine Marionette, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2.6.10, S. 31.

[17] Blockade, welche Blockade?, in: Süddeutsche Zeitung vom 4.6.10, S. 11.

[18] „Nieder mit Israel“, in: Süddeutsche Zeitung vom 1.6.10, S. 7.

[19] Israels Abwehrspiel, in: Frankfurter Rundschau vom 14.6.10, S. 8.

[20] Gesunder Menschenverstand, in: Süddeutsche Zeitung vom 9.6.10, S.11.

[21] Operation ‚Himmelswinde‘, in: Frankfurter Rundschau vom 1.6.10, S. 7.

[22] Geentert in aller Freundschaft, in: Süddeutsche Zeitung vom 7.6.10, S. 7.

[23] Blockierter Frieden, in: Süddeutsche Zeitung vom 2.6.10, S. 4.

[24] Zwanghaft wie eine Marionette, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2.6.10, S. 31.

[25] Ebd.

[26] Schüsse aus dem Bunker, in: tageszeitung vom 1.6.10, S. 12.

[27] „Dann war plötzlich Krieg“, in: Frankfurter Rundschau vom 2.6.10, S. 8.

[28] Allein gegen die Welt, in: Süddeutsche Zeitung vom 4.6.10, S. 4.

[29] Vgl. Scheit, Gerhard (2004), Suicide Attack. Zur Kritik der politischen Gewalt, Freiburg, S. 267.

[30] Zum ‚Juden‘ als gemeinsames Drittes der Nationalisten aller Länder siehe Holz, Klaus (2001): Nationaler Antisemitismus. Wis­senssoziologie einer Weltanschauung, Hamburg.

[31] Aus der Deckung, in: Süddeutsche Zeitung vom 2.6.10, S. 8.

[32] „Piraten und Märtyrer“, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8.6.10, S. 8.

[33] Erdogans Gratwanderung, in: Frankfurter Rundschau vom 9.6.10, S. 9.

[34] Eine Frau, die provoziert, in: Süddeutsche Zeitung vom 4.6.10, S. 7.

[35] „Sicher ist, dass jemand sterben musste“, in: tageszeitung vom 1.6.10, S. 5.

[36] Aus der Deckung, in: Süddeutsche Zeitung vom 2.6.10, S. 8.

[37] In der Wagenburg, in: Süddeutsche Zeitung vom 2.6.10, S. 8.

[38] Israels Dilemma, in: Süddeutsche Zeitung vom 14.6.10, S. 16.

[39] Rückkehrer erheben schwere Vorwürfe, in: tageszeitung vom 2.6.10, S. 2.

[40] Erdogans Gratwanderung, in: Frankfurter Rundschau vom 9.6.10, S. 9.

[41] Postone, Moishe (1988): Nationalsozialismus und Antisemitismus, in Diner, Dan (Hrsg.): Zivilisationsbruch. Denken nach Au­schwitz, Frankfurt a.M.

[42] Ebd., S. 248.

[43] Vgl. Paschukanis, Eugen (2003): Allgemeine Rechtslehre und Marxismus. Versuch einer Kritik der juristischen Grundbegriffe, Freiburg.

[44] Vgl. Hirsch, Joachim (1995): Der nationale Wettbewerbsstaat, Berlin, S. 16ff.

[45] Der Staatfetisch ist jedoch anders als der Warenfetisch nicht nur logisch-abstrakt, sondern notwendig auch historisch-konkret zu be­greifen, also beispielsweise die jeweils spezifische, falsche und adäquate Einfühlung in den Hüter der Totalität mit den Ka­te­go­rien der Familie – die Nation – zu berücksichtigen.

[46] Blockade, welche Blockade?, in: Süddeutsche Zeitung vom 4.6.10, S. 11.

[47] Vgl. Scheit (2004): S. 267.

[48] „Nieder mit Israel“, in: Süddeutsche Zeitung vom 1.6.10, S. 7.

[49] Jedes Maß verloren, in: Süddeutsche Zeitung vom 1.6.2010, S. 4; oder auch: Blockade, welche Blockade?, in: Süddeutsche Zei­tung vom 4.6.10, S. 11.

[50] Gute Gründe für Argumentationsnöte, Leserbrief in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.6.2010, S. 46.

[51] Der berühmte Augenzeuge, in: Frankfurter Rundschau vom 4.6.10, S. 40.

[52] Zwanghaft wie eine Marionette, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2.6.10, S. 31.

[53] Netanjahu sagt Treffen mit Obama ab und fliegt zurück, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1.6.10, S. 6.

[54] Salzborn, Samuel / Voigt, Sebastian (2011): Antisemiten als Koalitionspartner? Die Linkspartei zwischen antizionistischem An­ti­se­mitismus und dem Streben nach Regierungsfähigkeit, in: Zeitschrift für Politik 58 (2011) 3, S. 290-309.

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