Alles hat einmal ein Ende… – Auflösungserklärung des BAK Shalom

By ronvarence • Apr 1st, 2013 • Category: Sonstiges

ACHTUNG: Folgende Erklärung war ein Aprilscherz und ist nicht ernst gemeint. Der BAK Shalom ist noch immer ein aktiver Arbeitskreis.


Alles hat einmal ein Ende… – Auflösungserklärung des BAK Shalom

„Ein Deutscher, ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.“ Theodor W. Adorno

Wir haben uns als BAK Shalom ursprünglich mit dem Ziel zusammengeschlossen, durch Bildung, Information und Material nachhaltig die Willensbildung in unserem Verband, der Linksjugend ['solid], zu bewegen. Wir wollten, so unser erklärtes Ziel, linken Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und andere Überbleibsel und Übelkeiten des real existierenden Antiimperialismus überwinden. An dieser Stelle müssen wir jedoch sagen: wir halten dieses Ziel nach wie vor für wichtig und richtig, jedoch sind wir und ist unser Ansatz gescheitert.

Deshalb geben wir – die Mitglieder des BAK Shalom – hiermit die Auflösung unseres Arbeitskreises bekannt. Diese Entscheidung mag für Außenstehende sehr plötzlich kommen, doch ging ihr eine bereits seit mehreren Monaten anhaltende Diskussion voraus, an dessen Ende für uns feststeht, dass diese Entscheidung letztendlich unabwendbar ist. Inwiefern andere Strukturen wie beispielsweise die Landesarbeitskreise diese Ansicht teilen, können wir nicht exakt sagen. Wir wissen nur, dass der LAK Shalom Thüringen als auch der LAK Shalom Sachsen diesem Schritt folgen werden – wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. Da insbesondere der LAK Shalom Thüringen in jüngster Zeit unerwartete Erfolge verzeichnet und sich als nicht mehr notwendig in den BAK-Shalom-Strukturen versteht, wird er nun “einem progressiveren Bundesarbeitskreis der Linksjugend ['solid] beitreten”, wie er in einer Stellungnahme vom 22. März bereits die Landesverbände der Linksjugend ['solid] informierte. Der LAK Shalom Sachsen sieht hingegen sein Projekt als endgültig gescheitert an: „Wir haben in Sachsen wirklich alles versucht: Wir hatten Bildungsveranstaltungen durchgeführt, Projektwochen organisiert und eigenes Material erstellt. Doch trotz der ursprünglich guten Ausgangslage mussten wir in letzter Zeit immer wieder Niederlagen einstecken. So finden sich auf Parteiveranstaltungen in Sachsen nicht einmal mehr flächendeckend Israelfahnen.“

Wir sagen noch immer: „Israel bis zum Kommunismus!“ Doch die befreite Gesellschaft ist ferner denn je. Durch Prekarisierung und Bachelorisierung der Gesellschaft fehlen uns schlichtweg die zeitlichen und finanziellen Ressourcen, um unsere Arbeit angemessen fortzuführen. Gerade aus dieser Not heraus müssen auch die übrig gebliebenen Shalom-Mitglieder neben dem politischen Engagement der Lohnarbeit nachgehen, die uns leider zunehmend Zeit raubt. Trotz immer wieder von GenossInnen artikulierter und mit festen Glauben vorgetragener Behauptungen, eine israelsolidarische Position innerhalb des Jugendverbands und der LINKEN kann nur durch den Mossad finanziert werden, hat kein einziges unserer Mitglieder nur einen einzigen Euro, Shekel oder Dollar gesehen, wie sich bei unserer letzten Aussprache herausgestellt hat. Daher stellen wir nach sechs Jahren unbezahlter Arbeit unsere Aktivität ein, denn Lohnarbeit ohne Lohn – das ist gleich doppelter Betrug.

Wir alle sehen keine Perspektive mehr im und für den BAK Shalom. Und doch werden wir nicht verschwinden und weiterhin politisch aktiv sein. Auch wenn wir dem Jugendverband den Rücken kehren, wird der Großteil von uns die politische Arbeit nach den Maßgaben des israelsolidarischen Entrismus im „Forum Demokratischer Sozialismus“ (FDS) der Partei DIE LINKE fortsetzen, während andere angekündigt haben, sich bei den Jungen SozialistInnen (JuSos) aktiv einbringen zu wollen. Auch die Gründung einer „AG feministisches Frauendeck“ ist für die kommende „Free Gaza“-Hilfsflotte angedacht.
Wir wollen uns bei allen MitstreiterInnen und GenossInnen bedanken. Gültig bleibt: die Organisation mag wechseln, das Ziel bleibt das gleiche.

Gegen jeden Antisemitismus!
Solidarität mit Israel!

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