Von der Kritik des Antisemitismus zur Kritik der Gesellschaft: Bericht vom 20. Treffen des BAK Shalom in Sontra

By ronvarence • Nov 13th, 2012 • Category: Berichte

Am 3. November 2012 fand im hessischen Sontra das mittlerweile 20. Treffen des Bundesarbeitskreises (BAK) Shalom statt. Es nahmen rund 20 Mitglieder aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg teil.

In der ersten Hälfte des Treffens stand die Arbeit der Landesarbeitskreise (LAK) Shalom im Zentrum, die in den jeweiligen Bundesländern aktiv sind. Die Mitglieder nutzen die Chance, um Erfahrungen aus der Arbeit in den Landesverbänden auszutauschen, um die Shalom-Schwerpunktthemen Kritik des Antisemitismus, Antizionismus und des regressiven Antikapitalismus an den Jugendverband heranzutragen.

Hierbei nahm auch die Weiterentwicklung von Bildungsangeboten eine herausragende Stellung ein, um langfristig der breiten Verbandsmitgliedschaft Basiswissen zum Themenkomplex Antisemitismus zu vermitteln. So kann die Kritik des Antisemitismus als Schlüssel dienen, um eine umfassende Gesellschaftskritik zu formulieren. Die LAKs und der BAK werden hierfür die Analysekategorien aus der Arbeit gegen Antisemitismus nutzen, um damit weitere Themenfelder zu erschließen. Hierbei möchte der BAK Shalom auch die Zusammenarbeit mit anderen Bundesarbeitskreisen suchen.

Ein Beispiel für die Verbindung der Kritik des Antisemitismus mit anderen Phänomenen ist die Delegationsreise des BAK Shalom nach Ungarn gewesen, die Ende September bis Anfang Oktober stattfand, um sich vor Ort über den Antiziganismus und Antisemitismus zu informieren. Teilnehmer der Reise berichteten beim Treffen von ihren Eindrücken. Diese sind zudem online dokumentiert.

Die zweite Hälfte des Treffens wurde genutzt, um sich inhaltlich auf den kommenden Bundeskongress (Buko) der Linksjugend Solid 2013 vorzubereiten. Verschiedene Themen wurden diskutiert. Insbesondere die Entwicklung in den muslimisch geprägten Ländern seit dem Sturz Ben Alis nahm viel Zeit in der Debatte ein, beispielsweise wurden die Entwicklungen in Tunesien und Syrien besprochen. Außerdem tauschten sich die Mitglieder über die Euro- und EU-Krise aus und diskutierten, wie sich eine emanzipatorische Linke zu diesen Themen (nicht) positionieren sollte. Außerdem griffen die Mitglieder die Situation in Ungarn mit dem Ziel auf, die Positionierung des Jugendverbandes diesbezüglich weiter zu schärfen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob und inwiefern die Diskussionen in Anträge des BAK Shalom für den Buko umgewandelt werden. Nach den Debatten wurden zum Ende des Treffens die zwei für den BAK Shalom zustehenden Delegierten gewählt.

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