Homonationalismus & Pinkwashing?!

By ronvarence • Jun 8th, 2012 • Category: Gesellschaft, Hauptartikel

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Homonationalismus & Pinkwashing?!

Israelfeindschaft aus der Queer Theory

Homonationalismus ist das neue Schlagwort in der linken Auseinandersetzung zur sogenannten »Islamdebatte«. Mit diesem Vorwurf lehnte im Juni 2010 Judith Butler den Zivilcouragepreis des Berliner CSD ab. Im Dezember gleichen Jahres schwang sich Jaspir Puar auf der International Conference Fundamentalism and Gender an der Berliner Humboldt Universität dazu auf, das Konzept zur Verbrüderung mit IslamistInnen und zum gemeinsamen Kampf gegen Israel nutzbar zu machen. Hauptsache gegen Israel; weder die Kategorie Geschlecht, noch die Kategorie Ethnizität werden damit angegriffen.


Homonationalismus – Station: Berlin

Laut Judith Butler[i] ist unter Homonationalismus diejenige Ansicht zu verstehen, nach der sich sogenannte »Kulturkreise« in ihrer Einstellung qua ihres kulturellen Wesens und den damit abhängigen Werturteilen gegenüber Schwulen unterschieden. HomonationalistInnen sähen also den Grund für Homophobie in der Eigenart einer Kultur. Demzufolge sei also der Kampf gegen Homophobie unmittelbar mit dem Kampf gegen eine bestimmte Kultur verbunden. Konkret werde dies in einem angeblichen Antagonismus zwischen westlicher Offenheit für Schwule und islamischer Schwulenfeindlichkeit. Somit sei dieser angebliche Gegensatz ein hierarchischer, denn der Westen sei qua seiner Toleranz für unterschiedliche sexuelle Neigungen »höherwertig« anzusehen, als der islamische »Kulturkreis«. Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von konkreten Beispielen, in denen Menschen aufgrund ihres kulturellen Backgrounds der Homophobie verdächtigt werden und angebliche Offenheit für sexuelle Vielfalt nur das Instrumentarium ist, um andere gesellschaftliche Gruppen auszugrenzen. Genannt werden soll an dieser Stelle die Berliner CDU, die laut ihrem Programm für die Abgeordnetenhauswahl im September 2011 »Null Toleranz« bei homophoben Gewalttaten üben und hierbei einen besonderes »Augenmerk auf Herkunft und kulturellen Hintergrund der Täter«[ii] richten wollte, während die Bundespartei noch im Mai 2011 im Bundestag gegen die Aufhebung der Verurteilungen und gegen die Entschädigung der Opfer des Paragraphen 175[iii] gestimmt hatte.[iv] Das zentrale Interesse von HomonationalistInnen sei es also, von eigenen Widersprüchen abzulenken und Missstände zu externalisieren. Die Linke müsse daher laut Butler gleichzeitig einen Kampf sowohl gegen Homophobie als auch gegen Rassismus[v] führen.


Pinkwashing – Station: Israel

Butler macht deutlich, dass mit dem Bild vom schwulenfeindlichen Islam auch eine Verschärfung des Sicherheitsapparates einhergehe, denn die Errungenschaften für Homosexuelle müssten notfalls auch mit Gewalt verteidigt werden. Demzufolge werde die Vorstellung vom homosexuellen-freundlichen Westen durch den Staat vereinnahmt. Laut Jasbir Puar betreibe Israel diese Instrumentalisierung auf besonders perfide Art:[vi] Gerade weil Israel seit Jahren nach außen den PalästinenserInnen eine eigene Staatlichkeit verwehre und nach innen eine »rassistische« Politik gegenüber den nicht-jüdischen Israelis betreibe, sei das Land besonders bestrebt, das Negativbild von »Besatzung« und »Rassismus« durch ein schwulenfreundliches Image zu übermalen. Ohne diesen Versuch könne das Land anderweitig seinen eigenen Anspruch, eine progressive Demokratie zu sein, nicht mehr aufrechterhalten. Schwulenfreundlichkeit sei also auch hier auf einen rein instrumentellen Kern reduziert. GegnerInnen Israels haben hierfür den Begriff israeli pinkwashing in die Welt gesetzt. Damit ist im Wesentlichen ebenfalls eine Form des unterstellten Kulturkampfes zwischen Westen und Islam gemeint: hier das zivilisierte und schwulenfreundliche Israel, dort das barbarische und schwulenfeindliche Palästina. Mit diesem Antagonismus könne sodann israelische Politik gegen PalästinenserInnen legitimiert werden, die als ein »koloniales« und »imperialistisches« Unterfangen zu bewerten sei. Nach dieser Logik sei auf der einen Seite jede Kritik an von PalästinenserInnen selbstverschuldeten gesellschaftlichen Missständen in den von Israel kontrollierten Gebieten ein Argument für die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung; auf der anderen Seite können damit islamistische Terrororganisationen wie Hamas oder Islamischer Djihad zu Bündnispartnern der Linken mutieren. Es ist daher alles andere als verwunderlich, wenn Butler die Hamas »deskriptiv gesehen« in der Linken verortet sieht, nur weil diese mit der Rückbesinnung auf eine fundamentalistische Islaminterpretation ein antihegemoniales Gegengewicht zum Westen samt Israel formiere. Da ist es auch für das deskriptive Linkssein egal, ob diese Terrororganisation Schwule lieber heute als morgen wie in Teheran an einem Baukran aufhängen oder Jüdinnen und Juden vernichten möchte, so lange ein Ungleichgewicht zwischen Westen und islamischer Welt bestehe. Deshalb wird das antisemitische Programm islamistischer Terrororganisationen kurzerhand geleugnet: »Wenn [!] Hamas und Hizbollah antisemitische Positionen vertreten, dann sind sie unbedingt abzulehnen.«[vii] Seltsam ist, wie Butler die Binarität von Frau und Mann dermaßen radikal dekonstruieren konnte und doch gleichzeitig beim Nahost-Konflikt in den plumpen Manichäismus vom »bösen Israel« und »guten Palästina«, samt Hamas und Islamischer Djihad, zurückfällt. Dazu kommt, dass mit diesem dualistischen Bild die PalästinenserInnen zu passiven Objekten degradiert werden. Sie erscheinen – auch im Hinblick auf die Auseinandersetzung gegen Homophobie – nur als diejenigen, die stets reagieren und daher keinerlei Verantwortung für ihr eigenes Tun und Lassen tragen. Stattdessen sei es Israel, das mit dem pinkwashing sich selbst nicht nur auf- und die PalästinenserInnen abwerte, sondern darüber hinaus auch für die homophoben Zustände in den kontrollierten Gebieten verantwortlich gemacht wird, wie die palästinensische LGBTQ-Gruppe Al Qaws suggeriert: »Wir glauben, dass durch eine Beendung der israelischen Besatzung mehr Raum entsteht für den Kampf gegen Homophobie und andere gesellschaftliche Probleme.«[viii] Eine Antwort auf die Frage, warum das Problem Homophobie erst nach der Beendigung der Besatzung ausreichend angegangen werden kann, bleibt die Gruppe jedoch schuldig. Sofern Vermutungen darüber erlaubt sind: Es dürfte wohl an der Einheitsfront von Al Qaws bis Hamas – von queer bis islamistisch – gegen Israel liegen,[ix] die durch eine konkreten Auseinandersetzung über Homophobie und das Infragestellen von bisherigen Geschlechternormen und -zuständigkeiten in Gefahr geriete. Weil das angeblich nur Israel nütze, knickt Al Qaws vor den IslamistInnen ein.


Linke Gesellschaftskritik: Karl Marx oder Hassan Al-Banna?

Die Auseinandersetzung um Homonationalismus läuft also auf zwei Ebenen ab: Zum einen erleben wir eine von antimuslimischen Ressentiments geprägte Debatte,[x] die alle Muslime als schwulenfeindlich diskreditiert. Zum anderen ist die Diskussion um mögliche Gegenstrategien von Bestrebungen geprägt, die pauschal sämtliche antiwestlichen Elemente, hier im Speziellen islamistische Organisationen, gegen Kritik immunisiert. Daraus leiten sich zwei Fragen ab: Erstens: Wie kann die Linke gegen HomonationalistInnen – die es in der Tat gibt – vorgehen? Und zweitens: Wie soll die Linke mit fundamentalistischen Gruppen im Allgemeinen und mit islamistischen Gruppen im Speziellen umgehen? Erste Frage ist zunächst sekundärer Art, weil doch die Argumente gegen KulturkämpferInnen allgemein bekannt sein müssten: Es kommt nicht primär auf den kulturellen Inhalt einer bestimmten Lebensweise an, sondern auf den materiellen Zustand, in dem sich kulturelle Strukturen entwickeln und sich daraufhin erst inhaltlich artikulieren. Kultur ist hierbei eine Variable, wobei im idealen Fall religiöse Absolutheitsansprüche in den Hintergrund rücken und verschwinden. Relevanter ist jedoch die zweite Frage nach einer möglichen Positionierung gegenüber islamistischen Bestrebungen und zwar aus drei Gründen: Erstens ist die Positionierung gegen Fundamentalismen[xi] – egal welcher Art – ein Maßstab dafür, ob die Linke Marxens Anspruch, der doch eigentlich auch der ihre sein sollte, gerecht wird:[xii] »Die Kritik der Religion endet mit der Lehre, dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen sei, also mit dem kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.« Zweitens ist der Islam ein Teil von Deutschland und Europa. Leider gehört zu diesem aufgrund unterschiedlicher Kontexte auch eine fundamentalistische Interpretation, deren AnhängerInnen je nach Ausprägung, Organisationsgrad, Gegenstand und Region mehr oder weniger politisch relevant sind. Weil also Islamismus im Hier und Jetzt vorhanden ist (und seine AnhängerInnen demzufolge nicht »die Anderen« sind), muss die Linke ihn kritisieren und bekämpfen, gerade weil dieser dem Bestreben nach Emanzipation entgegensteht. Und drittens ist diese Frage für die Linke von unmittelbarer Bedeutung, weil bereits eine gefährliche Antwort auf sie gefunden wurde: Denn die von Butler vorgenommene Zuordnung von Hamas und Hizbollah in das Lager sozialer Bewegungen durch die Etikettierung als »links« wertet diese ungemein auf. Das romantisierte Selbstbild der Linken, gerecht, friedlich, sozial und solidarisch zu sein, wird auf den Islamismus übertragen. Das emanzipatorische Anliegen mutiert somit zum Ziel, Israel zu vernichten, das als Verkörperung des westlichen Kulturkampfes gegen den Islam heraufbeschworen wird. Im Windschatten eines vermeintlich gerechten Kampfes gegen Kulturalismus und Homophobie wird also nicht nur eine homophobe und kulturalistische Bewegung unterstützt, sondern die mögliche Vernichtung Israels achselzuckend hingenommen.


Das neue revolutionäre Subjekt ist die unterdrückte Kultur

Das von großen Teilen der Linken verbreitete Bild vom »bösen Westen« (imperialistisch, kolonialistisch) auf der einen Seite und vom guten Islam (diskriminiert, unterdrückt, nach Gerechtigkeit verlangend) auf der anderen Seite wird jedoch keiner vernünftigen Analyse gerecht. Diese Vorstellung sagt nichts über den Westen und den Islam selbst aus, sondern illustriert nur den miserablen Zustand, in dem sich die Linke heute befindet. Sie ist nichts weiter als linke Projektion, um das eigene Theoriegefüge aus der Zeit der Blockkonfrontation nicht endgültig auseinanderkrachen zu lassen. Selbst nach dem Ausbleiben der Weltrevolution, dem endgültigen Verrat der Sowjetunion an der Emanzipation durch den Hitler-Stalin-Pakt und dem Zusammenbruch des Staatssozialismus ist die antiimperialistische Linke noch immer nicht desillusioniert. Denn auf der Suche nach dem nächsten revolutionären Subjekt nach der ArbeiterInnenklasse, bei gleichzeitiger Beibehaltung einer völkischen-antiimperialistischen Forderung nach der Befreiung der Völker – nicht die der Menschen –, kommt es zur neuen Allianz mit islamischen KlerikalfaschistInnen. Das prominenteste Beispiel hierfür ist die Verunglimpfung von Kritik an IslamistInnen als »Islamophobie«. Mit der Übernahme dieses Kampfbegriffes aus Teheran – denn erst dort erlangte dieser Terminus historische Wirkmächtigkeit gegen Oppositionelle des islamischen Regimes – versucht nun die Linke, den Islam in seiner Gesamtheit gegen Kritik zu immunisieren, um das angebliche diskursive Ungleichgewicht zum Westen aufzuheben. Die Linke kennt keine Menschen mehr, sondern nur noch Kulturen. Diese stehen einander als »muslimisch-unterdrückte« und »westlich-unterdrückende« gegenüber. Die Herdersche Kugeltheorie von Kultur, die eine vollkommen geschlossene kulturelle Einheit annimmt und somit keine gemeinsame Kommunikation mit dem »Anderen« außerhalb von Feindschaft als möglich erachtet, erlebt somit ihr Revival von links. Reaktionäre Kategorien wie Tradition und Religion werden von der Linken mit multikulturalistischem Anstrich recycelt, statt einen Universalismus anzustreben, den schon Marx einforderte. Soziale Probleme werden nicht mehr als politische, sondern als kulturelle verstanden. Diese Argumentation ist letztlich auch bei Judith Butler, Jaspir Puar und Al Qaws zu finden, die daraus die Forderung nach einer pauschalen Solidarisierung mit allen muslimischen AkteurInnen ableiten, die gegen den Westen ankämpfen. Menschen, die jedoch konkret von islamischer Bevormundung und islamistischer Bedrohung betroffen oder nicht bereit sind, als Märtyrer im antiwestlichen Kampf zu sterben, werden in diesem Theoriegebilde nicht berücksichtigt. Sie haben schlicht keinen Platz. Der emphatische Bezug auf den einzelnen Menschen, der sich als Individuum erst aus religiöser Bevormundung herauslösen muss, wie ihn auch Marx in seinem kategorischen Imperativ herstellt, wird ignoriert oder als argumentatives Werkzeug des Westens verstanden. Auch die pauschale Annahme eines unterdrückten Islams macht die Gläubigen nur zu Objekten. Doch die Gleichung, »Muslim = unterdrückt«, ist wiederum selbst kulturalistisch und von Ressentiments durchsetzt. Damit ist die Linke sowohl im Allgemeinen bei der Auseinandersetzung zum sogenannten »Kulturkampf«, als auch im Speziellen bei der Konfrontation mit Homonationalismus zum Scheitern verurteilt. Butlers Postulat, dass sowohl Homophobie als auch Rassismus gemeinsam zu bekämpfen seien, führt bei einem multikulturellen Verständnis, das mit »Islamophobie«-Vorwürfen arbeitet und in ein antiimperialistisches Rahmengefüge gesetzt wird, unweigerlich zur Reproduktion von Homophobie und Rassismus, weil eben homophobe Zustände nicht kritisiert werden dürften und Religionskritik, dessen Argumente auch gegen die Vorstellung von Kulturkampf nutzbar gemacht werden können, als »Islamophobie« stigmatisiert wird.


Für die Universalkategorie Mensch

Unabhängig von dieser Auseinandersetzung ist die Frage danach, ob diverse sexuelle Orientierungen in einer Gesellschaft zugelassen werden, zwar ein wesentlicher Maßstab, aber noch längst nicht die Spitze der Emanzipation. Das Anliegen, Homosexualität rechtlich auf die gleiche Ebene wie Heterosexualität zu heben, ist zwar unter heutigen Umständen löblich, doch gerade der Dualismus von Hetero- und Homosexualität neigt strukturell zur Hierarchisierung und somit zur Diskriminierung. Jedes Eintreten für Gleichberechtigung ist latent durch diesen Dualismus bedroht. Sexuelle Emanzipation muss daher mehr bedeuten: Die Kategorie Sexualität im Allgemeinen und die Kategorien Homo- und Heterosexualität im Speziellen müssen destabilisiert werden. Damit geht eine Infragestellung von sexuellen Zuständigkeiten einher, die auch heute noch dazu dienen, gesellschaftliche Einordnungen von Individuen entlang der Geschlechterdimension vorzunehmen. Die Kritik an Homophobie muss also eine allgemeine Kritik am Geschlecht formulieren und einen Weg finden, um für eine Vielzahl sexueller Differenzen einzutreten. Auch dieses Anliegen ist ein globales, das nicht für Kulturkämpfe instrumentalisiert werden darf. Es braucht daher eine universelle Emanzipation, deren Ziel die Menschheit als eine Ethnie und als ein Geschlecht ist – und somit beide Kategorien überflüssig macht.


BAK Shalom – Plattform gegen Antisemitismus, Antizionismus, Antiamerikanismus und regressiven Antikapitalismus der Linksjugend ['solid]

Kleine Alexanderstr. 28

10178 Berlin



[i] Bezug auf ihr Interview in der Jungle World Nr. 30 (2010), 16f. Hierin erläutert sie das Konzept des Homonationalismus. Den Begriff geprägt hat hingegen Jasbir Puar.

[ii] http://www.queer.de/detail.php?article_id=14201, (08.05.2012).

[iii] Dieser Paragraph stellte von 1872 bis 1994 sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.

[iv] http://www.queer.de/detail.php?article_id=14228, (08.05.2012).

[v] Butler benutzt den Begriff Rassismus, obwohl der Begriff Kulturalismus an dieser Stelle konkreter ist. Auch der Begriff Homonationalismus ist irreführend, denn Offenheit für Schwule wird nicht als ein nationaler, sondern als kultureller Wert verstanden. Folglich müsste es Homokulturalismus heißen.

[vi] http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/jul/01/israels-gay-propaganda-war, (08.05.2012).

[vii] Siehe Anmerkung i.

[viii] http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Standpunkte/Standpunkte_international/RLS_PAL_newsletter_07_10.pdf (08.05.2012).

[ix] Israel müsste einen Preis für das skurrile Zusammenbringen eigentlich miteinander verfeindeter Menschen erhalten. Ein weiteres prominentes Beispiel hierfür ist die Marvi Marmara. Hier kamen gerne Linke, Faschisten, Islamisten, Atheisten, Juden, Christen und Muslime zur gemeinsamen anti-israelischen Feindfahrt zusammen.

[x] Dass es sich um antimuslimische Ressentiments handelt und der Begriff »Islamophobie« zur Beschreibung untauglich ist, erklärte Floris Biskamp auf einer Veranstaltung im Januar 2011 des LAK Shalom Berlin und des stipendiatischen Arbeitskreis Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa Luxemburg Stiftung: http://bak-shalom.de/index.php/2011/01/13/bericht-uber-die-veranstaltung-feindbild-islam-mit-floris-biskamp/ (08.05.2012).

[xi] Eine brauchbare Definition von Fundamentalismus bietet Thomas Meyer: Er ist »eine ausschließlich vormachtorientierte Instrumentalisierung der Kultur«, um einen ethischen Lebensentwurf gesamtgesellschaftlich über alle anderen zu stellen. Meyer, Thomas (1997): Identitäts-Wahn. Die Politisierung des kulturellen Unterschieds, Berlin: Aufbau Taschenbuch, S. 32.

[xii] Die Betonung auf »eigentlich« deshalb, weil es Teile der Linken gibt, die selbst Marxens Religionskritik auf Biegen und Brechen zu einem »westlichen Rassismus« umdeuten wollen.

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4 Responses »

  1. einer der differenziertesten und besten artikel die ich in diesem zusammenhang je gelesen habe. kompliment an die autor_in(nen)

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