Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus – Bericht und Audiomitschnitt der Veranstaltung mit Sebastian Voigt

By ronvarence • Apr 20th, 2012 • Category: Berichte, Hauptartikel

Am 13.04. fand in den Räumen der Berliner Amadeu-Antonio-Stiftung der Vortrag von Sebastian Voigt unter dem Titel „‚Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?‘ – Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus“ statt. Eingeladen hatte der AK Antisemitismus beim Studienwerk der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Landesarbeitskreis (LAK) Shalom der Linksjugend Solid Berlin.

Sebastian Voigt erklärte anhand der Occupy-Bewegung und der Gewerkschaften, dass nicht jede Ablehnung des Kapitalismus fortschrittlich sein müsse. Anstatt die Ausbeutungsverhältnisse als wertförmig vermittelt zu begreifen, würden konkrete Verantwortliche für soziale Missstände gesucht. Mit dieser Personalisierung kapitalistischer Verhältnisse gehe oftmals eine moralisierende Kritik einher. Dies könne bis zur Gegenüberstellung von „ehrlicher deutscher Muskelkraft“ einerseits und „parasitären Kasinokapitalismus“ andererseits führen, obwohl Produktion und Zirkulation miteinander einhergingen, so Voigt.

Dies sei daher auch das Einfallstor für Formen des ressentimentgeladenen Antikapitalismus. So würden beispielsweise die negativen Aspekte kapitalistischer Vergesellschaftung pauschal den USA oder den Juden zugeschrieben. Auf Moshe Postone verweisend könne so der moderne Antisemitismus als biologisierter Antikapitalismus verstanden werden, wobei Oberflächenphänomene wie der Zins, der Börsenhandel etc. mit dem „internationalen Judentum“ identifiziert werden. Solche Denkweisen seien in der Occupy-Bewegung vertreten und würden oftmals nicht sanktioniert, wie Voigt veranschaulichte.

[Download: "Geld regiert die Welt, doch wer regiert das Geld?" – Zur Kritik des regressiven Antikapitalismus]

[Weitere Vorträge vom BAK Shalom]

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