Vortrag: Arabischer Nationalismus, moderner Antisemitismus und die Auslandspropaganda der Nationalsozialisten

By • Aug 19th, 2011 • Category: Hauptartikel, Termine

Vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges herrschte bei den für die Auslandspropaganda zuständigen NS-Ämtern bezüglich einer Propaganda in die „arabische Welt“ starke Zurückhaltung. Grund dessen war eine nationalsozialistische (Bündnis-)Politik, die einer Einbindung nationalistischer Antikolonialisierungsbewegungen des Nahen Ostens entgegenstand. Spätestens mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und damit neuen Voraussetzungen änderte sich die deutsche Propagandastrategie: Der Nahe Osten wurde zunehmend Ziel einer antisemitischen Propaganda, die mit national-religiösen Inhalten verknüpft wurde. Ideologische Basis dessen war die Propagierung einer „jüdischen Weltverschwörung“, die sich sowohl gegen Deutsche als auch gegen (arabische) Muslime wende.

Der Vortrag von Vera Henßler beleuchtet die Entwicklung der Propaganda in den arabischen Raum in Wechselwirkung mit nationalsozialistischer Kriegszielpolitik sowie die Funktion des Antisemitismus und dessen Verknüpfung mit anderen Ideologemen. Der Raum, in dem der moderne Antisemitismus wirkmächtig werden konnte, ist der moderne Nahe Osten. In einer historischen Einführung von Hannes Bode soll es daher zuerst um die Genese einer arabischen „Öffentlichkeit“ und die Rezeption und Modifikation moderner Konzepte nationaler Identität und Selbstbestimmung vor dem Hintergrund zunehmender kolonialer Durchdringung gehen.

Vortrag von Vera Henßler (Berlin) und Hannes Bode (Halle)

24. August 11 · 19:00 Uhr · Centrum Judaicum · Oranienburger Str. 28/30 · Berlin

Die Veranstaltung findet im Rahmen gegen den Al Quds-Aufmarsch in Berlin statt und wurde vom antifaschistischen Bündnis gegen den Al Quds-Tag organisiert.

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