Pressemitteilung | 29. Mai 2010 | Gazahilfe per Schiff?

By Milch&Honig • May 29th, 2010 • Category: Hauptartikel, Presseerklärungen

Pressemitteilung | BAK Shalom der Linksjugend ['solid] | 29.05.2010

Am 23. Mai setzten acht Schiffe von der Türkei und Griechenland aus auf nach Gaza. Sie sind bestückt mit Hilfsgütern für die dort ansässige Bevölkerung. Zu den Mitreisenden gehören auch zwei Linke-Bundestagsabgeordnete: Inge Höger sowie Annette Groth.

Die beiden Abgeordneten erklären ihre Absicht darin, dass Israel der Pflicht nachkommen müsse, der Zivilbevölkerung Nahrungsmittel und Arzneimittel zur Verfügung zu stellen. Die Blockade des Gazastreifens durch Israel sei menschen- und völkerrechtswidrig.

Wir – der BAK Shalom – stellen jedoch fest, dass Inge Höger sowie Annette Groth eine einseitige Position beziehen. Ihre Begründung für die Teilnahme an der Aktion ist nicht überzeugend, denn Israel lässt trotz dauerhaften Beschuss islamistischer Kräfte aus dem Gazastreifen fortwährend Lebensmittel und humanitäre Güter durch international anerkannte Organisationen wie das Rote Kreuz nach Gaza.

In den vergangenen 18 Monaten wurden über 1 Million Tonnen Hilfgüter nach Gaza geliefert, das ist fast eine Tonne pro Person im Gaza-Streifen. Eine detaillierte Auflistung der Hilfsgüter bietet das israelische Außenministerium an [Link].

Die Ablehnung des Angebots Israels, die Hilfsgüter der Flotte von Free Gaza über den Landweg an das Ziel zu bringen, ist für uns nur durch das Ausnutzen des Leids der palästinensischen Zivilbevölkerung vor Ort begründbar, dessen eigentliches Ziel lediglich eine antiisraelische Kampagne ist. Würden die Aktivist_innen tatsächlich der Zivilbevölkerung helfen wollen, würden sie nicht per Schiff die Güter nach Gaza bringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass unter den Teilnehmer_innen der Einweihungszeremonie in Istanbul Mahmad Tzoalha und Sahar Albirawi waren - beides Top-Terroristen der Hamas, die gegenwärtig von Großbritannien aus operieren, sowie Hamam Said, ein Führer der Muslimbruderschaft in Jordanien.

Der Vorsitzende von IHH, einer pro-palästinensischen Organisation in der Türkei, Bolant Yilderim, hielt auf der Zeremonie unter Applaus eine antisemitische Rede. In dieser bekundete er: „Israel verhält sich, wie Hitler sich gegenüber den Juden verhalten hat. Hitler baute Konzentrationslager in Deutschland, und heute baut das zionistische Gebilde Konzentrationslager in Palästina.“

Der BAK Shalom lehnt daher entschieden die Flottille nach Gaza ab. Sie ist kein Mittel zur Verbesserung der Lage in Gaza, sondern spielt Islamisten, Antisemiten und Israel-Hassern in die Hände. Eine konkrete Hilfe für Gaza wäre über den Landweg möglich gewesen. Wir sind gegen die Instrumentalisierung des Leids auf Kosten Israels und der Palästinenserinnen und Palästinenser, da dieses Vorgehen einer konkreten Konfliktbetrachtung zuwider läuft.

Weiterer empfehlenswerter Artikel zum Thema:
Botschaft des Staates Israel: Wer steht hinter der Flottille nach Gaza?

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6 Responses »

  1. [...] Eine detaillierte Auflistung der Hilfsgüter bietet das israelische Außenministerium an [Link ] […] Erschwerend kommt hinzu, dass unter den Teilnehmer_innen der Einweihungszeremonie in [...]

  2. [...] demonstrieren dieser Tage in ganz Europa gegen den vermeintlichen zionistischen Mörderstaat. Kritik an den Friedensaktivist_innen ist dabei jedoch kaum zu hören, obwohl deren Crew teilweise aus [...]

  3. [...] Der Arbeitskreis hatte wenige Tage vor dem Entern der Schiffe die Teilnahme linker Abgeordneter scharf kritisiert – unter anderem mit Verweis auf die Beteiligung radikalislamistischer Kreis. Die Aktion Free Gaza [...]

  4. [...] Hier die gesamte Erklärung zum Nachlesen [Link]. [...]

  5. [...] Pressemitteilung | 29. Mai 2010 | Gazahilfe per Schiff? [...]

  6. [...] AIPAC-Aussteiger M. J. Rosenberg über das Farce-Argument – zu finden etwa bei BAK Shalom -, die Gaza-Flotte habe ja gar nicht (primär) Hilfsgüter verteilen wollen. Ihr sei es in [...]

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