Raus aus der SAV!

By • Oct 15th, 2009 • Category: linksjugend ['solid]

Und einsteigen in eine selbstbestimmte, radikale junge Linke. Ein offener Brief an die SAV-Mitglieder im Jugendverband.

Liebe Genossin, Lieber Genosse,
In der SAV gibt es viele junge Genossinnen und Genossen mit dem Herz an der richtigen Stelle und guten Positionen im Kopf! Aber es scheint, als werden sie durch soziale und strukturelle Kontrolle an eine Organisation gefesselt, die sie ausbeutet und bei abweichender Meinung gegebenenfalls auch ‚wegwirft‘. Selbstbestimmte und fortschrittliche Politik sieht unserer Meinung nach anders aus.

Das Verhältnis von SAV und Jugendverband wird in nicht wenigen Landesverbänden derzeit heftig diskutiert. Oftmals schrecken weniger die Positionen der SAV ab, sondern vielmehr der politische Stil und die Strategie ihrer Kader. Bei vielen Jugendverbandsmitgliedern besteht die Sorge, dass die Souveränität des Verbandes durch eine extern organisierte Gruppierung unterlaufen wird. Als BundessprecherInnenrat nehmen wir diese Sorge ernst. Klar ist aber auch: Wir wollen alle jungen SAV-Mitglieder, die im Verband organisiert sind, für einen starken und pluralen sozialistischen Jugendverband gewinnen, wir wollen Euch gewinnen für eine radikale sozialistische Alternative. Trotzkistische Positionen haben ihren Platz in der politischen Linken; sie haben gerade mit ihrer Kritik am Stalinismus wichtige Impulse für einen sozialistischen Aufbruch beizusteuern. Was unseres Erachtens aber zukunftslos ist, ist ein hierarchisches und intransparentes Organisationsmodell, wie es von der SAV-Leitung vertreten und durchgesetzt wird.

Vor diesem Hintergrund können sich folgende Fragen stellen:
Warum Ihr als SAV Zeitungs- und WerbemittelverkäuferInnen (alle Mitglieder?) genau Buch über Eure Verkäufe führen müsst? Oder wie sich eine Organisation mit max. 350 Mitgliedern so viele bezahlte Funktionäre leisten kann? Warum Euer Mitgliedsbeitrag so hoch ist und von den Gruppenverantwortlichen festgelegt wird? Warum es keine einsehbaren Beitragstabellen gibt? Oder warum Ihr nach einer gewissen Zeit kaum anderen Freunde außerhalb der SAV habt? Warum es in den SAV-Gruppen so extreme Hierarchien gibt? Warum werdet Ihr gezwungen, doppelten Beitrag zu bezahlen, einmal für Linksjugend [‘solid] oder Die LINKE oder beides und dann noch für die SAV? Diese Fragen beruhen auf Hörensagen oder Randbemerkungen von FunktionärInnen der SAV und sind nicht so richtig belegbar. Aber bei näherer Betrachtung erscheint die ganze Organisation der SAV überhaupt sehr intransparent.

Was will die SAV-Leitung?
Die Kader der SAV springen von Organisation zu Organisation, immer unter dem Vorwand, eine Arbeiterpartei aufbauen zu wollen und lassen es sich von ihren Mitgliedern bezahlen. Sei es bei attac, Die LINKE oder in Linksjugend [‘solid]. Beispiele mit ähnlichem Verlauf gibt es viele, überall dort, wo sie denken, es ließe sich für die SAV etwas herausholen, werden die “Mitglieder“ per Beschluss zugewiesen und müssen die Kosten für die doppelte Mitgliedschaft bezahlen. Ihnen geht es darum, neue zahlende Mitglieder zu gewinnen und Materialien zu verkaufen, die ihren “Apparat“ finanzieren. Alles andere ist Fassade. Wer nicht mitmacht oder nicht genug Material verkauft, bekommt Druck.

Eine solche Organisation wird nicht in der Lage sein, der Sozialen Frage wieder eine reale politische Durchschlagskraft zu verleihen.

Falls Ihr Euch in den hier aufgeworfenen Fragen wieder findet, dann macht Schluss mit der SAV. Macht Schluss mit dem doppelten Beitrag und Schluss mit der sozialen Kontrolle. Engagiert euch im Jugendverband Linksjugend [‘solid], dort könnt Ihr Eure Meinung vertreten – auch bei einer Meinungsminderheit! Bei uns könnt Ihr an Eurem Thema arbeiten. Klar, auch bei uns gibt es Streit, zum Teil schon seit Jahren diskutierte, manchmal widersprüchliche, Positionen und Genossinnen und Genossen, die sich persönlich und politisch nicht ausstehen können. Nicht alles läuft glatt, nicht alles funktioniert nach Plan. Aber, hey! Wir sind ein Jugendverband und arbeiten gemeinsam dran! Wir sind nicht die Speerspitze der Arbeiterschaft, wir wollen Teil der Bewegung sein, die wirklich etwas bewegt!

Wer von euch also aus der SAV raus will, den/die werden wir nach besten Kräften unterstützen. Wir sagen nicht, dass es leicht sein wird. Wir sagen nicht, dass alle Forderungen der SAV Quatsch sind. Aber in unserem Verständnis kann es durch diese Organisation keine emanzipatorische und selbstbestimmte linke Politik geben.

Wer die Befreiung fordert, darf seine Mitglieder nicht unfrei machen!

Darum raus aus der SAV – rein in den Jugendverband Linksjugend [‘solid] sozialistisch, feministisch, antifaschistisch, basisdemokratisch und streitbar.

Mit solidarischen Grüßen,
der BundessprecherInnenrat von Linksjugend [‘solid]

Wenn ihr Unterstützung braucht oder uns etwas über eure Erlebnisse in und mit der SAV mitteilen wollt könnt ihr das unter dieser Adresse:

raus-aus-der-sav@linksjugend-solid.de

(via)

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One Response »

  1. […] Erfreut sind wir auch über die klaren Signale des Bundeskongress Richtung SAV; jene Organisation, die seit Gründung des Jugendverbands permanent die gemeinsamen Ressourcen des Verbands für ihre eigenen politischen Zwecke missbraucht. Der Bundeskongress hat dieser Sekte eindeutig zu verstehen gegeben, dass sie innerhalb des Jugendverbands absolut isoliert ist. In diesem Zusammenhang wollen wir noch einmal betonen, dass die Erklärung „Raus – Jetzt“ des ehemaligen Bundessprecher_innenrat gegen die SAV sinnvoll und nötig war [Link]. […]

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