Auf ein weiteres Jahr Frieden – Bericht vom 12. Bundestreffen des BAK Shalom

By • Oct 14th, 2009 • Category: Berichte

Am 3. Oktober 2009 traf sich der BAK Shalom zu seinem mittlerweile 12. Bundestreffen. Im Wahlkampfbüro von Gregor Gysi in Berlin Treptow-Köpenick analysierten die Zusammengekommenen die vergangenen Monate, thematisierten Probleme, Entwicklungen und Erfolge. Einen kleinen Überblick der Ergebnisse soll es an dieser Stelle geben.

Wichtiges Thema war die Bundestagswahl, bei der die LINKE ein grandioses Ergebnis erzielen konnte. Der BAK Shalom ist erfreut über das Resultat und wünscht der Bundestagsfraktion viel Erfolg. Leider mussten wir während der Wahlkampfzeit einige nichterfreuliche Meldungen vernehmen. Ein Beispiel soll die Veranstaltung „Pulverfass Nahost – wie ist Frieden möglich?“ der Partei die LINKE München-West-Mitte sein. Norman Peach bezeichnete dort den Zionismus als „kolonialen Auswuchs“ und schwadronierte von „ethnischer Säuberung“ an Palästinensern. Gerade dieses Beispiel macht deutlich genug, weshalb es sich der BAK Shalom auch weiterhin zur Aufgabe machen muss, regressiven Tendenzen innerhalb der LINKEN entgegen zu wirken.
Perspektivisch wollen wir uns daher zur Programmdebatte äußern und diese inhaltlich begleiten. Eine Idee ist so bspw. eine Veranstaltung zum Thema Nahost mit prominenten Politiker/innen aus der LINKEN im Jahr 2010.

Neben dem vergangenen Wahlkampf, der kommenden Programmdebatte und unserem Kontakt zum Jugendverband, diskutierten die anwesenden BAK Shalom-Mitglieder auch inhaltliche Spannungen. Wie schon in einigen Stellungnahmen betont, ist der BAK Shalom in seiner Mitgliederschaft kein monolithischer Block, sondern eine pluralistische Bewegung. Am besagten Treffen kam es so zur Diskussion, ob und inwiefern unser Arbeitskreis zu innerisraelischen Entwicklungen Standpunkte entwickeln und veröffentlichen soll. Als Beispiel wurde die Stellungsnahme des stellvertretenden Bundesvorsitzenden Stefan Kunath herangezogen, der im Zuge des homophoben Anschlags auf Agudah in Tel Aviv im Sommer diesen Jahres die Wichtigkeit der Trennung von Staat und Religion in Israel ansprach.
Innerhalb des BAK Shalom gibt es zur Kritik an Homophobie keinen Einspruch, die Frage ist jedoch, inwiefern solche Ereignisse die Arbeit des BAK Shalom prägen sollten, oder ob seine Aufgabe nicht explizit in der Kritik am Antisemitismus und Antizionismus innerhalb der deutschen Linken liegt.
Ergebnis der Diskussion wird die Ausarbeitung der Meinungen in einem Pro/Contra-Schema sein, das Ende Oktober veröffentlicht werden soll. Dadurch sollen die Argumente sowie der Diskussionsstand Interessierten zugänglich gemacht werden.

Abschließend wurden noch kommende Veranstaltungen besprochen. Zum Einen sind das die Wochen gegen Antisemitismus, initiiert von der Amadeu-Antonio-Stiftung im November. Zum Anderen ist das die geplante Israelreise des BAK Shalom im März 2010 mit unseren israelischen Partner/innen von Noar Meretz.
Hierbei soll unserem BAK und dem Jugendverband die Chance eröffnet werden, innerhalb einer politischen Reise Israel zu erkunden, historische Entwicklungen zu verstehen (erst Recht bezüglich im deutsch-jüdischen bzw. deutsch-israelischen Verhältnis) und sich thematisch gesellschaftlichen, religiösen und politischen Konflikten innerhalb Israels anzunähern.
Im Rahmen der Wochen gegen Antisemitismus wird der BAK Shalom mit drei Veranstaltungen das Jahr 2009 abschließen. Mit einer Filmvorführung und einem Gepräch mit dem jüdischen Journalisten Karl Pfeifer am 13.11. wird vor allem der Antisemitismus in Österreich nach 1945 thematisiert. Vom 6. bis 8. November wird im Rahmen eines Wochenendseminars der Antizionismus und Antiamerikanismus in DDR und BRD genauer untersucht und vom 20. bis 21. November wollen wir uns durch ein weiteres Wochenendseminar dem linken Antisemitismus zuwenden. Für die beiden Seminare kann sich schon jetzt angemeldet werden.

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