Rede des BAK Shalom auf der Iran-Kundgebung in Berlin am 05. August 2009

By stfn • Aug 5th, 2009 • Category: Hauptartikel, Sonstiges

von Benjamin Krüger

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 1. August begann der Prozess gegen hunderte Iraner_innen, denen zum Vorwurf gemacht wird, die nationale Sicherheit der islamischen Republik gefährdet zu haben. Unter ihnen sind Student_innen, Journalist_innen, Anwälte, sonstige Oppositionelle und ehemalige Regierungsmitglieder.

Am 12. Juli nach der Wahlfarce ist der Iran in die tiefste Krise seit der islamischen Revolution 1979 gekommen. Laut konservativen Schätzungen sollen rund 2500 Oppositionelle in diesem Zeitraum gefangen genommen worden sein, mindestens 100 wurden während der Proteste auf den Straßen durch Polizei und Basiji-Milizen getötet.

Unsere Gedanken sind mit den hinterbliebenen Familien und Freund_innen, unsere Gedanken sind mit den Gefangenen und all jenen, die tagtäglich um ihr Befinden in den Kerkern Teherans bangen müssen.

Wenn wir daher für die Demokratisierung und Liberalisierung des Iran eintreten, treten wir zugleich gegen die Gefangennahme von Oppositionellen ein und für das Ende der Todesstrafe, die vielen von ihnen nun droht. Wir treten ein für ein Ende der Geschlechterapartheid und für die Gleichberechtigung religiöser und ethnischer Minderheiten.

Denken wir an diese Demonstrant_innen, die den Mut hatten, die Diktatur herauszufordern und die es geschafft haben, sie beträchtlich ins Wanken zu bringen, die ihre körperliche Unversehrtheit oder gar ihr Leben dafür aufs Spiel gesetzt haben, so empfinden wir große Bewunderung.
Die Fraktionen der iranischen Theokratie hingegen, der angebliche Präsident, der Wächterrat, der Schlichtungsrat, der Expertenrat und wie sie alle heißen, zerfleischen sich nun gegenseitig.
Aber dennoch haben sie nach wie vor die Kontrolle über den gesamten Repressionsapparat, die Geheimpolizei, das Militär, die Milizen.
Von daher muss unser Appell zur Solidarität mit den Regimekritiker_innen bis zur Kanzlerin zu hören sein, zum Außenministerium, zum Bundestag! Es ist die internationale Staatengemeinschaft, die den Druck auf die selbsternannte iranische Führung erheblich ausbauen muss! Die Ahmadinedschads und Khomeinis müssen den Druck nicht nur von Innen spüren, sondern auch endlich von Außen!

Wenn dies geschieht, dann gibt es berechtigte Hoffnung auf einen tiefgreifenden Wandel im Iran, von der Islamischen Diktatur mit ihrem Sittenterror hin zur einer freiheitlichen Gesellschaft, hin zu einem modernen Iran, der in Frieden mit seinen Nachbarn leben will, das Atomwaffenprogramm aufgibt und die Sicherheit Israels nicht mehr gefährdet.

Nieder mit der iranischen Diktatur, für einen Regime Change, Solidarität mit Israel.

Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit.

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One Response »

  1. Eine sehr gute Rede! Danke dafür. :-)

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