Bericht über das Treffen des BAK Shalom vom 06. bis 08. März 2009 in Erfurt

By Milch&Honig • Mar 11th, 2009 • Category: Hauptartikel

Das erste Bundestreffen des BAK Shalom in diesem Jahr fand, im Rahmen des Zukunftskongresses des Jugendverbandes [Link], in Erfurt statt.

Zum Auftakt gab es einen Vortrag von Martin Dornis zum Thema Antiamerikanismus.
Im Zentrum stand die These, linker Antiamerikanismus sei ein Verrat an der Humanität. Bevor Dornis auf die Frage „Was ist Antiamerikanismus?” einging, skizzierte er die Prinzipien der USA, auf denen sie sich gründeten, und ihre Rolle als Vorreiter für die Moderne. Grundlegendes Motto des Einwandererlandes ist noch immer „e pluribus unum” (aus dem Vielen eins). Zentral waren das Streben nach Glück des Individuums und die Verwirklichung der Freiheit des Einzelnen. So wurden die USA das Vorbild der einen Menschheit im emphatischen Sinne - nicht ethnisch oder kulturell gewachsen, sondern auf abstrakt-geistige Werte von Humanität und Aufklärung gründend.

Daraufhin wurden die historischen Wurzeln des Antiamerikanismus aufgezeigt, etwa in der deutschen Romantik des 19. Jahrhunderts, der vor allem auf die Oberflächlichkeit, Kulturlosigkeit, Unfähigkeit zur Staatsbildung und bloße Geldorientierung abhob. Damit wurde in der Argumentation deutlich wie er weitgehend mit dem Antisemitismus zusammenfällt. Antiamerikanismus ist eine Form des regressiven Antikapitalismus, der die „dunklen Seiten der Moderne” in den USA verortet. Die als bedrohlich wahrgenommene Seite des Kapitalismus wird in den USA personifiziert. In der Konsequenz wird Antiamerikanismus zur als Vernichtungswahn zu Ende gedachten Harmoniesucht - nach einer von allem Destruktiven gereinigten Gesellschaft ohne „Sozialschmarotzer” und „Spekulanten”. Dies macht ihn ebenfalls attraktiv für eine Linke, die ihr emanzipatorisches Programm aufgegeben hat: Statt die Aufklärung radikal voranzutreiben im Sinne materialistischer Gesellschaftskritik, der es ums Glück des Einzelnen und dessen völlige Freiheit geht, fällt sie regressiv-kollektivistisch in vormoderne Konzepte zurück.

Die sich dem Vortrag angeschlossene Diskussion drehte sich vor allem um die These, dass es keine berechtigte Amerikakritik gibt. Eine Unterscheidung zwischen berechtigter und unberechtigter Amerikakritik ist doppelt falsch. Zum einen kann Kritik an sich nicht unberechtigt sein, denn niemand wird gezwungen alles richtig zu finden. Zum anderen lässt sich nicht sinnvoll von einer Kritik „an Amerika” sprechen, denn niemand würde auf die Idee kommen, von Kritik „am Sudan” oder „an Frankreich” zu sprechen. Die Formulierung ist also ein Hinweis auf eine ganz fundamentale Ablehnung der USA und ihrem Wesen, dem positiven Bezug auf die abstrakten Werte der Humanität.

Am Samstag ging es in unserer vollen Tagesordnung [Link] vor allem um die Auswertung des Gazakonfliktes und den Reaktionen darauf in Deutschland und Europa, insbesondere innerhalb der LINKE. In diesem Zusammenhang wurde ein Beschluss zum Verhalten des ehem. OB-Kandidaten der LINKE in Duisburg, Hermann Dierkes, verabschiedet [Link].

In Vorbereitung des nächsten Bundeskongress der Linksjugend ['solid] [Link] wurden Lena und Franz als Delegierte des BAK Shalom gewählt.

 

In den Berichten der einzelnen Landesarbeitskreise wurde deutlich, dass in den Ländern gerade sehr viel passiert, im einen oder anderen LAK aber die Arbeit noch besser koordiniert und intensiviert werden kann. Wir bedauern in diesem Zusammenhang, dass der LAK Shalom NRW in seiner Arbeit durch den dortigen LSpR immer noch in seiner Arbeit behindert wird. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal mit Nachdruck betonen, dass uns eine gute Zusammenarbeit mit dem jeweiligen LSpR, wie sie teilweise in anderen Ländern auch schon existiert, sehr am Herzen liegt. In einzelnen Bundesländern, in welchen es noch keine Landesarbeitskreise existieren, aber einzelne Interessierte gibt, wird die Gründung eines Landesarbeitskreises Shalom weiter forciert. Wir freuen uns in diesem Zusammenhang sehr darüber, dass sich stetig neue Jugendverbandsmitglieder melden, um im BAK Shalom mitzuarbeiten.

Im Zuge der zentralen „Stop the Bomb” Kampagne [Link] werden wir uns auch weiterhin engagieren, auch wenn es weiterhin Irritationen bezüglich der geplanten (mittlerweile abgesagten) Demonstration gegen das iranische Regime am 29.03. gibt. Aber auch weitere Veranstaltungen werden durch uns weiter forciert. So planen wir u. a. eine Veranstaltung zum Thema „Die europäische Linke und Israel” im Rahmen der kommenden Wahlen zum EU-Parlament.

     

Aufgrund der Vielzahl an Themen und der damit verbundenen vollen Tagesordnung war es uns leider nicht möglich in der Gesamtheit am Zukunftskongress des Jugendverbandes teilzunehmen. Trotzdem haben einzelne Mitglieder des BAK Shalom immer wieder versucht an diesem zu partizipieren. Ingesamt war der Zukunftskongress mit ca. 50 Teilnehmern eher mäßig gut besucht, inhaltlich wurden aber, gerade im Zuge der bevorstehenden Wahlen, viele wichtige Themen besprochen. Am Bundestreffen des BAK Shalom nahmen insgesamt ca. 20 junge Genossinnen und Genossen teil.

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Download (*pdf):

Jeden Antisemitismus bekämpfen!
Antrag des BAK Shalom | Bundeskongress der Linksjugend [’solid] | 21.-22.03.2009 in Mannheim

Das Projekt Stolpersteine unterstützen!
Antrag des BAK Shalom | Bundeskongress der Linksjugend [’solid] | 21.-22.03.2009 in Mannheim

Geschichtsrevisionismus bekämpfen! Aufklärungsarbeit leisten!
Antrag des BAK Shalom | Bundeskongress der Linksjugend [’solid] | 21.-22.03.2009 in Mannheim

3 Responses »

  1. oaaar. kann mensch die tshirts “we stand with israel” irgendwo bestellen oder wollt ihr mir eins für nen von euch bestimmten preis schicken? muss so eins haben! :))

    solidarische grüße aus kärnten/koroska, österreich

  2. yaaa ich will auch so ein cooles shirt haben!!!!!

  3. die Aufkleber waren schon geil aber dit Shirts sind ja der Oberburner, *haben-will*

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