Pressemitteilung | 14.11.2008| Randale an der HU-Berlin nicht hinnehmbar

By • Nov 14th, 2008 • Category: Presseerklärungen

Pressemitteilung | BAK Shalom der Linksjugend [`solid]

Zur zeitweiligen Besetzung der Humboldt-Universität am Rande des SchülerInnenstreiks am 12. November 2008 erklärt Benjamin Krüger, Bundessprecher des BAK Shalom der linksjugend [‘solid]:

 

Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihren Forderungen nach einem gerechteren Bildungssystem, nach einer Schule für alle und einer besseren Ausstattung der Schulen im Sinne kreativer Lernorte ohne Elite-Wahn und Leistungsdruck.

 

Mit völligem Unverständnis und tiefer Empörung mussten wir aber zur Kenntnis nehmen, dass am Rande einer Besetzungsaktion der Humboldt-Universität einige DemonstrantInnen eine Ausstellung zu jüdischen Unternehmen in der NS-Zeit mutwillig zerstörten.

 

Dies ist auch mit jugendlichem Übermut nicht zu rechtfertigen. Wenige Tage nach dem 70. Jahrestag der „Reichspogromnacht“ erscheint dieser Vorfall geradezu verhöhnend gegenüber der Ernsthaftigkeit des Themas und den Opfern des NS-Regimes. Im besten Fall haben hier die notwendige Sensibilität und das historische Bewusstsein gefehlt, jedoch erscheint dies fast undenkbar, haben doch MitarbeiterInnen der Universität versucht einzugreifen. Wenn ein blinder Aktionismus zu solchen Konsequenzen führt, ist dies mehr als bedenklich.

 

Wir distanzieren uns entschieden von TeilnehmerInnen, die durch ihr Verhalten dem eigentlichen Anliegen der Demonstration nicht nur geschadet, sondern durch die Zerstörung der Ausstellung und nicht zuletzt von Einrichtungsgegenständen der Universität die richtige Forderung nach einer Verbesserung des Bildungssystems ab absurdum geführt haben.

 

Es ist ebenfalls erschreckend, dass die übrigen DemonstrantInnen nicht eingeschritten sind, ist doch ein zentrales Anliegen der Demo, dass SchülerInnen sich selbst engagieren und für ihre Interessen eintreten. Es ist nicht nachvollziehbar, wie eine derartige Ausstellung ohne massive Gegenproteste von umherstehenden SchülerInnen zerrissen und zerstört werden konnte. Die Passivität oder Gleichgültigkeit der TeilnehmerInnen verurteilen wir aufs Schärfste.

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Benjamin Krüger: 0151 12 79 25 01

4 Responses »

  1. […] November zum Thema. Über die antisemitischen Tendenzen auch in anderen Städten diese findet ihr hier […]

  2. […] u.a. idrawescapeplans, netzklempnerin, wadiblog, fenster nach draußen, gran, hedonistische mitte, bak shalom und sicher noch viele […]

  3. Die Sache im HU-Foyer…

    Ich habe den Stand der Dinge bezüglich der Beschädigung der Ausstellung über jüdische Unternehmen in der Nazizeit durch die HU-Besetzer für die Drink-soaked Trotskyite Popinjays for War zusammengefaßt: Mere accident or targeted attack on Jewish e…

  4. Wir stimmen voll und ganz der Pressemitteilung von Brnjamin Krüger zu und verurteilen auf das Schärfste das völlig unverständliche Verhalten jener antisemitischen Schüler. Sie haben der vernünftigen Sache- der Schülerdemonstration – einen Bärendienst erwiesen !
    Ihr Roland Hornung
    http://www.israelfreunde.eu

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