Bericht vom 5. Bundestreffen des BAK Shalom

By • Jul 16th, 2008 • Category: linksjugend ['solid]

Vorwort

Vom 11. – 13. Juli traf sich zum fünften mal der Bundesarbeitskreis (BAK) Shalom der Linksjugend [‘solid] in Essen.

Trotz des ungünstigen Tagungsortes und der Tatsache, dass nur noch zentrale Wochenenden für alle BAKs durch den BundessprecherInnenrat (BSpR) gefördert werden, bei denen die einzelnen BAKs keinen Einfluss auf die Organisation haben, war das Wochenende für den BAK Shalom sehr produktiv. Wir konnten unsere zukünftigen Veranstaltungen und Aufgaben koordinieren und abstimmen. Am Samstagabend organisierten wir für alle eine Party, (nicht nur) mit israelischer Musik, um auch einen kulturellen Beitrag zum BAK-Wochenende des Jugendverbandes zu leisten.

Leider verblieb auch dieses BAK-Wochenende nicht ohne Denunziation unseres Arbeitskreises seitens mancher Akteur_innen des Bundesjugendverbandes. Inhaltliche Auseinandersetzungen wurden nicht gesucht. Stattdessen beweist die Nacht von Samstag auf Sonntag, dass von unseren Gegner_innen andere Wege des Umgangs gewählt wurden: In unserem Tagungsraum verschwanden nicht nur die von uns ausgelegte BAK-Shalom-Folder (cirka 600 Stück) und Infomaterialien von befreundeten Organisationen. Selbst private Unterlagen wurden durchsucht, entfernt oder zerrissen. Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art und aus diesem Grund auch kein Zufall, dass es den BAK Shalom traf. Es wurde im darauf folgendem Plenum der Übergriff auf uns thematisiert. Aber ein Höchstmaß an Zumutung kristallisierte sich im Redebeitrag von Max Steiniger (Bundessprecher von Linksjugend [‘solid] und Marx21-Mitglied) heraus in dem er meinte, dass eine kleine Israelfahne (die im Partyraum als Dekoration angebracht war) im Jugendverband nichts zu suchen hätte, da diese „die Unterdrückung und den Mord an hunderttausenden Menschen“ symbolisiere. Er kündigte unumwunden an, zum kommenden BAK Wochenende ein Transparent mit der Aufschrift „Intifada bis zum Sieg“ mitzubringen

Materialien des BAK Shalom und anderer Organisationen welche durch Mitglieder des Jugendverbandes zerstört wurden. Mitglieder des BAK Shalom (rechts im Bild) beim Plenum

 

1. Resümee der vergangenen Arbeit / Jugendverband / Schiedsverfahren

In dem Resümeepapier “Konsequent für unsere Grundsätze” spiegelten wir noch mal das letzte halbe Jahr wider und diskutierten über die vergangenen und aktuellen Ereignisse.

Unsere Arbeit soll auch in Zukunft durch Veranstaltungen und inhaltliche Positionierungen weiter gefüllt werden.

Ebenso wurde eine Stellungnahme des BAK Shalom zu den Ereignissen der vergangenen Wochen, diskutiert und einstimmig angenommen.

So verblieb der Umgang mit dem Bundesgremien des Jugendverbandes auch nach einem Gespräch zwischen den Bundessprecher_innen des BAK Shalom und Vertreter_innen des BSpRs erfolglos. Unsere Kompromissvorschläge, wie sie in unserem Widerspruch formuliert sind, wurden bislang weder von dem Bundesvorstand noch von der zuständigen Schiedskommission beantwortet, Wir haben uns darauf verständigt, der Schiedskommission erneut eine Nachfrage zu senden, da die (in der Schiedsordnung der Jugend vorgesehene) Bearbeitungsfrist bereits abgelaufen ist.

 

2. Öffentlichkeitsarbeit

Der bereits beschlosse Flyer zum Palituch wird in den kommenden Wochen inhaltlich und vom Layout verfeinert, so dass dieser zeitnah in Druck gehen kann.

Des Weiteren wird das Layout für unsere T-Shirts noch mal überarbeitet und geht dann in den kommenden Wochen in Produktion. Dieses Motiv wird zusätzlich als Aufkleber produziert.

Unser inhaltlicher Text zur Hamas („Hamas heißt Krieg“) wird in Kürze als Folder erscheinen.

 

3. Veranstaltungen / Projekte / Kampagnen

Berlin, 20. Juli 2008, von 15.00 – 17.00 Uhr

Am Sonntag, den 20. Juli, findet eine Podiumsveranstaltung mit dem israelisch-arabischen Wissenschaftler und Juristen Dr. M. Wattad im Berliner Karl-Liebknecht-Haus (Kleine Alexanderstraße 28) statt. Dr. Wattad wird aus Sicht der arabischen Israelis ein Referat über Frieden und Versöhnung im Nahen Osten halten, in dem er die Debatten, welche innerisraelisch/-arabisch und international geführt werden, einbezieht. In einer anschließenden Diskussion wird es möglich sein, Dr. Wattad Fragen zu stellen.

Hamburg, 15. – 26. August 2008

„Für ein ganz anderes Klima“ – den Leitspruch wird sich auch der BAK Shalom annehmen und sich am diesjährigem Klimacamp in Hamburg beteiligen, in dem ein Infostand gestellt wird.

Saarland, 01. – 03. August 2008

Die Jugend des Landesverbandes Saarland veranstalt an diesem Wochenende ihr Sommercamp. Dort wird der BAK Shalom ein Seminar durchführen.

Hamburg, 03. – 05.Oktober 2008

An diesem Wochenende soll unser sechstes BAK Treffen stattfinden. Hierbei wird unter anderem die Thematik der verkürzten Kapitalismuskritik analysiert. Des Weiteren wird an dem Wochenende auch unsere dritte Veranstaltung in diesem Jahr durchgeführt werden: Unter dem Titel „Eine Welt ohne Antisemitismus – vom Reden zum Handeln“, werden Referent_innen angefragt und die Veranstaltung (in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartner_innen) organisiert.

 

4. Sonstiges:

Neben dem LAK Shalom Berlin gründeten sich in den letzten Monaten auch LAKe in Brandenburg, Hamburg und Sachsen. Weitere LAKe sind in der Entstehung. Ein detaillierter Austausch der LAKe soll immer auf den zentralen und/oder dezentralen BAK-Treffen stattfinden.

Die Gelder des Bundesarbeitskreises Shalom wurden vom BSpR eingefroren und stehen demnach nicht für weitere Kalkulationen zur Verfügung. Die Finanzierung wird sich weiterhin auf Privatinvestitionen reduzieren. So ist es angedacht, eine Soli-Party für den BAK durchzuführen. Organisatorische Details sind jedoch nicht besprochen worden.

Wir werden in unseren zukünftigen BAK Treffen jeweils immer ein inhaltliches Seminar über uns oder unsere Thematiken anbieten. Diese sollen für jede und jeden zugänglich und transparent gestaltet sein.

5. Bundestreffen des BAK Shalom in Essen Mitglieder des BAK Shalom auf dem 5. Bundestreffen des BAK in Essen

Weitere Bilder vom Bundestreffen gibt es u. a. unter diesem Link.

One Response »

  1. Dann fragt doch mal Herrn Steininger ob eine palästinensische Fahne in Ordnung wäre. Wahrscheinlich ja, denn die steht ja für den “Endsieg”.

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