Niemand ist vergessen. – Zweiter Jahrestag der Entführung Gilad Shalits in den Gazastreifen

By Philipp • Jun 25th, 2008 • Category: Standpunkte

giladshalit.jpgAm 25. Juni – heute vor zwei Jahren – erschossen Kämpfer der Izz-ad-Din-al-Qassam-Brigaden, die der radikal-islamischen Hamas unterstehen, zwei israelische Soldaten und entführten den israelischen Grundwehrdienstleistenden Gilad Shalit in den Gazastreifen. Drei Wochen später wurden erneut mehrere israelische Soldaten getötet, dieses Mal von der Hisbollah aus dem Südlibanon heraus. Bei diesem Angriff wurden die israelischen Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser in den Libanon entführt.

Zwei Jahre nach diesen Verbrechen möchten wir als Bundesarbeitskreis Shalom die Angehörigen, die israelische Bevölkerung, die jüdischen Gemeinden und alle anderen Organisationen und Menschen unterstützten, die sich für die sofortige Freilassung der drei israelischen Soldaten einsetzen.

Im Folgenden findet sich unser Beitrag dazu:

Niemand ist vergessen.

Freiheit für die entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit, Ehud Goldwasser und Eldad Regev!

Am Morgen des 25. Juni vor zwei Jahren, drangen bewaffnete Kämpfer der Izz-ad-Din-al-Qassam-Brigaden in der Nähe von Kerem Schalom durch einen selbstgegrabenen Tunnel, vom Gazastreifen aus, nach Israel ein. Ein dort stationierter Posten der israelischen Armee wurden anschließend von ihnen überfallen. Zwei israelische Soldaten wurden sofort erschossen, vier weitere erheblich verletzt. Anschließend entführten sie den Grundwehrdienstleistenden Gilad Shalit in den Gazastreifen. Bei der Auseinandersetzung wurde er an der Schulter verletzt und trug einen Bruch der linken Hand davon.
Einen Tag später bekannten sich zu der Aktion, neben den Qassam-Brigaden, die Terrororganisationen „Volkswiderstandskomitee“ und die neu gegründete „Islamische Armee“. Über alle dieser Organisationen übt die radikal-islamische Hamas die Kontrolle aus.

Drei Wochen später, am 12. Juli 2006, überfiel die Hisbollah aus dem Libanon heraus, in der Nähe der israelischen Stadt Zar’itzwei, zwei gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee. Bei der Aktion wurden mehrere Soldaten getötet und die beiden Soldaten Eldad Regev und Ehud Goldwasser in den Libanon entführt. Die Hisbollah sprach dabei von der Operation Truthful Promise und bekannte sich anschließend zu dem Angriff und der Entführung.
Schon seit Ende Mai wurde Israel, verstärkt und mehr als sonst, mit Raketen aus dem Südlibanon beschossen. Die Raketen- und Mörserangriffe der Hisbollah wurden dann mit der Zeit verstärkt.

In der Nacht zum 28. Juni bewegten sich die israelischen Truppen, nach ihrem Rückzug im Jahre 2005, in Teile des Gazastreifens, mit dem Ziel Gilad Shalit zu befreien. Sie starteten damit die Operation Sommerregen. Die Vereinten Nationen strebten danach im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gegen das israelische Vorgehen an. Statt Israel bei der Suche nach dem entführten Soldaten zu unterstützen, wurde das Vorgehen gegen antisemitische Terrororganisationen scharf kritisiert. Die Resolution, die eine Verurteilung Israels vorsah, scheiterte aber schließlich am Veto der USA.

Schon vor der Entführung feuerten militante Palästinenser regelmäßig Raketen auf Israel ab. Seit dem Abzug der Israelischen Armee aus dem Gazastreifen, im Sommer 2005, schlugen somit tausende Raketen auf israelischem Gebiet ein. Ab dem 28. März 2006 wurden auch 122-mm-Katjuscha-Raketen abgefeuert, die sonst eigentlich regelmäßig von der Hisbollah verwendet werden und noch nie zuvor aus dem Gazastreifen abgeschossen wurden.
Vor dem Wahlsieg der Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten wurden die meisten Raketenabschüsse durch den Islamischen Djihad ausgeführt. Danach wurden auch mehrere andere Gruppen bezichtigt, Raketen abgeschossen zu haben.

Nach der Tötung zweier- und der Verschleppung eines Soldaten, war in Israel das Maß endgültig voll. Die Suche im Gazastreifen wurde mit der Verhaftung palästineischer Terroristen und der Zerschlagung der Infrastruktur der Terrororganisationen fortgesetzt. Dabei kam es ständig zu bewaffneten Angriffen auf die israelischen Truppen. Im Laufe der Militäraktion beendete die Hamas offiziell die 16-monatige „Waffenruhe“ und übernahm die Verantwortung für auf Israel abgeschossene Qassam-Raketen.

Ab dem 28. Juni warf die israelische Luftwaffe über dem Gazastreifen Flugblätter ab, die die Bevölkerung vor der bevorstehenden Militäraktion warnen sollte. Anschließend versuchte sie mit Luftangriffen Fluchtwege der Geiselnehmer zu zerstören. Danach rückten 3000 israelische Soldaten bei Chan Yunis in den südlichen Gazastreifen ein. Bei der Aktion wurde auch der Flughafen von Gaza besetzt. Weiter wurden mehrere Waffenlagerhallen zerstört.

Das palästinensische „Volkswiderstandskomitee“ reagierte auf die Kampfhandlungen mit der Bekanntgabe der Entführung eines 18-jährigen Israelis in der Westbank. Es handelte sich dabei um Elijahu Ascheri aus Itamar. Die Organisation drohte mit seiner Ermordung, falls die Invasion nicht gestoppt würde. Am 29. Juni fanden israelische Einheiten Ascheri erschossen in einem verlassenen Auto auf einem Feld bei Ramallah. Der Student wurde bereits kurz nach seiner Entführung am 25. Juni mit einem Kopfschuss getötet. Die Mörder gehörten zu den zur Fatah gehörenden al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden – vier Verdächtige wurden nach der Tötung festgenommen.

Über die nördliche Grenze des Gazastreifens bewegten sich israelische Truppen auf strategische Positionen zu, die Abschussbasen der Qassam-Raketen waren. Der Qassam-Raketenbeschuss wurde derweil kontinuierlich fortgesetzt. Mit Hilfe israelischer Militärschiffe wurden Stellungen angegriffen, von denen Raketen auf Israel abgefeuert wurden.
Nach dem Appell Ägyptens, mehr Zeit für Verhandlungen zu ermöglichen, gab die israelische Armee eine Unterbrechung der militärischen Aktionen bekannt, um den bewaffneten Kämpfern die Herausgabe Gilad Shalits zu ermöglichen.

Mit dem 4. Juli begann ein neuer Höhepunkt des Raketenfeuers, von Gaza aus, auf israelisches Gebiet. Eine modernisierte Qassam-Rakete erreichte das Zentrum der Stadt Ashkelon und schlug auf einem Schulhof ein, verursachte aber zum Glück nur Sachschaden. Einen Tag später schlugen weitere Raketen im Süden Aschkelons ein. Daraufhin erhielt die Armee den Befehl, die Offensive im nördlichen Gazastreifen auszuweiten, um die Milizen weiter nach Süden abzudrängen, um dadurch Ashkelon und andere Küstenorte aus der Reichweite des Raketenbeschusses zu bringen.
Das israelische Sicherheitskabinett hatte eine längere und gründlichere Militäraktion im Gazastreifen verlangt. Vorbereitungen sollten getroffen werden, um eine Änderung der Spielregeln und der Verfahrensweise mit der Palästinensischen Autonomiebehörde und der Hamas herbeizuführen. Am selben Tag haben Soldaten, in der sich im Westjordanland befindenden Stadt Barkan, einen Palästinenser festgenommen, der einen Gürtel mit Explosivstoffen trug und einen Anschlag in einer israelischen Großstadt geplant hatte.
Weiter rückte die israelische Armee nicht in den nördlichen Gaza-Streifen ein. Dies beruhte auf Befürchtungen des israelischen Regierungschefs Ehud Olmert, in dem eng besiedelten Gebiet zahlreiche Opfer in Armee und Zivilbevölkerung hinnehmen zu müssen.

Am 3. Juli forderten Shalits Entführer die Freilassung von über tausend gewalttätigen palästinensischen Extremisten aus israelischen Gefängnissen. Es wurde mitgeteilt, dass 24 Stunden nach Verstreichen der Frist, Shalit getötet werden würde. Der Sprecher der Gruppe Islamische Armee gab aber später bekannt, dass Shalit trotz Ablauf des Ultimatums noch am Leben sei.

Im Westjordanland ist es während der Operation Sommerregen, aufgrund der weitgehenden Kontrolle israelischer Truppen und auch wegen der konstruktiven Zusammenarbeit mit der palästinensischen Autonomiebehörde, zu keinen größeren Auseinandersetzungen gekommen.
Während des Libanonkrieges wurde die Operation Sommerregen beendet. Danach wurden nur noch örtlich und zeitlich beschränkte Militäroperationen im Gazastreifen durchgeführt, die vor allem das Ziel hatten, die zum Schmuggeln von Waffen gegrabenen Tunnel zu zerstören.
Das Ziel, Gilad Shalit zu befreien, konnte leider nicht erreicht werden.
Nach einer Umfrage mehrerer Zeitungen nach Ende der Militäraktion im Gazastreifen, stimmten 96,3% der Befragten in Israel den Forderungen nach “Gegenleistungen” für eine Freilassung des entführten israelischen Soldaten zu.

Da die Hisbollah mit dem massiven Raketenbeschuss und der Entführung Ehud Goldwassers und Eldad Regevs, im Norden Israels, eine zweite Front aufgebaut hatte, begann die israelische Armee schon kurz nach der Entführung damit, die Hisbollahkämpfer in den Libanon hinein zu verfolgen. Nach etwa 70 Metern nördlich des Grenzzaunes wurden bereits die Ersten der Soldaten getötet. Ein Panzer wurde durch eine Bombe zerstört und vier Soldaten waren sofort tot, später starben bei weiteren Gefechten mit der Hisbollah ebenfalls mehrere Soldaten.
Nachdem dem Beginn der groß angelegten Offensive mit dem Namen „Operation Just Reward“ gegen die Hisbollah, drohte Dan Chalutz, Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, durch die Zerstörung der Infrastruktur „die Uhr in Libanon um 20 Jahre zurückzudrehen“, falls die entführten Soldaten nicht freigelassen würden.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert bezeichnete den Angriff der Hisbollah als Kriegsakt und kündigte dem Libanon eine „sehr schmerzvolle und weitreichende Antwort“ an. Verteidigungsminister Amir Peretz erklärte, Israel betrachte die libanesische Regierung als verantwortlich für das Schicksal der Soldaten. Auch werden die Angriffe der Hisbollah, die zwei Minister in der libanesischen Regierung stellt, von Israel als eine Aggression des Staates Libanon angesehen. Die libanesische Regierung behauptete nichts von dem Angriff der Hisbollah gewusst zu haben und versuchte während des Krieges auch nicht die Hisbollah zu bekämpfen oder die entführten Soldaten zu befreien – es gab keine direkten Aktionen, sowie auch keine Ausübung inneren Drucks.

Israel erhöhte den Druck auf den Libanon. Wichtige Straßen und Brücken wurden bombardiert, um die Infrastruktur der Terroristen zu zerstören und den Druck innerhalb der libanesischen Bevölkerung auf die Hisbollah zu erhöhen. Neben der erzwungenen Schließung des Beiruter Flughafens wurde, um den Waffenschmuggel aus Syrien zu unterbinden, die Autobahn von Damaskus nach Beirut bombardiert. Während des gesamten Krieges wurden die Stellungen der Hisbollah im Süden des Landes angegriffen.
Nach verstärkten Raketenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael verhängte Israel am 14.Juli eine Luft- und Seeblockade und weitete seine Angriffe auf Ziele im Libanon aus. Hisbollah-Anführer Nasrallah verkündete: “Ihr wolltet den offenen Krieg und wir steuern auf den offenen Krieg zu. Wir sind auf ihn vorbereitet“.
Gegenüber der UN bekräftigte Ministerpräsident Ehud Olmert drei Forderungen, die Israel erfüllt sehen wollte: die Hisbollah müsse die beiden entführten israelischen Soldaten freilassen, ihre Raketenangriffe beenden und der Libanon die UN-Resolution 1559 erfüllen, welche unter anderem die Auflösung aller paramilitärischen Milizen im Libanon und die Stationierung von Truppen der regulären libanesischen Armee im Süden des Landes vorsieht.

Hauptziele der israelischen Streitkräfte waren die als Hochburgen der Hisbollah geltenden südlichen Stadtteile und Vororte von Beirut z.B. Haret Hreik. Weiter waren es Treibstofflager, wie das bei Sidon im Süden und die libanesischen Militärbasen bei Rayak im Osten und Koleyat im Norden des Landes.
Ab dem 23. Juli überquerten israelische Bodentruppen die Grenze zum Libanon, vorbei an der Ortschaft Marun al-Ras, die als Basis für den Abschuss für Hisbollah-Raketen genutzt wurde. Zu schweren Kämpfen kam es auch in der in Grenznähe gelegenen Hisbollah-Hochburg Bint Dschubail, bei denen acht israelische Soldaten und einige Hisbollah-Milizionäre getötet wurden.

Nach dem Start der israelischen Offensive als Reaktion auf die Gefangennahme der beiden Soldaten und den Raketenbeschuss auf Nordisrael begann die Hisbollah damit, weitere nordisraelische Orte mit Katjuscha-Raketen zu beschießen. Die Miliz gab an, über 13.000 Flugkörper zur Verfügung zu haben. Am Abend des 13.Juli beschossen Hisbollah-Milizionäre die Stadt Haifa mit Raketen. Am nächsten Tag griff die Hisbollah mit rund 100 Katjuscha-Raketen die Städte Nahariya, Safed, Hatzor, Rosh Pina, Kiryat Shmona sowie mehrere kleinere Dörfer an. Dabei sind 30 Personen verletzt und in Meron zwei Zivilisten getötet worden. Die Hisbollah feuerte täglich etwa einhundert Raketen auf Ziele in Nordisrael ab. Auf dem Höhepunkt der Gefechte unmittelbar vor Beginn des Waffenstillstandes wurden in Israel über zweihundert Raketentreffer täglich registriert.
Die südlichsten Ortschaften, die die Raketen der Hisbollah erreichten, waren Tiberias am See Genezareth, Atlit, die Städte Nazaret und Afula in der Jesreelebene sowie Israels drittgrößte und schon erwähnte Stadt Haifa.

Am 14. Juli wurde das israelische Marineschiff INS Hanit vor Beirut mit einer iranischen radargesteuerten Tondar-Anti-Schiffs-Rakete beschossen und schwer beschädigt, dabei wurden vier Seeleute getötet. Im Verlaufe des ganzen Krieges kam es zu massiven Waffenlieferungen aus dem Iran und Syrien, die bis heute anhalten. Trotz der UN-Truppen im Libanon, die es bis heute nicht geschafft haben den Waffenschmuggel über die Grenzen von Syrien aus in den Libanon zu unterbinden. Dabei sehen die vor der libanesischen Küste stationierten deutschen Kriegsschiffe schon ziemlich hilflos aus, denn die potenziellen Waffenlieferanten für die Hisbollah kommen nicht über den Seeweg aus dem westlichen Teil des Landes, sondern eindeutig aus dem Osten.

Der der Hisbollah nahe stehende libanesische Fernsehsender Al-Manar meldete, dass die Hisbollah für ihre Angriffe auch Fadschr-3-Raketen und eine vom Iran entwickelte Ra’ad-1-Flüssigtreibstoffrakete verwendet hat.
Am 25. Juli erklärte Hisbollah-Führer Nasrallah den Start der “zweiten Phase unseres Kampfes”, in welchem weitreichende Raketen “über Haifa hinausgehen” würden. Am 27. Juli schoss die Hisbollah zwölf iranische Fadschr-5-Raketen auf Afula ab, die eine vierfache Reichweite der bisherigen Raketen besitzen. Nach einem Bericht des Guardians haben die Hisbollah-Milizionäre bis zum 14. August mehr als 4000 Raketen auf Israel abgefeuert. Auf dem Höhepunkt der Krise waren etwa eine halbe Million Israelis vor den Raketenangriffen der Hisbollah aus dem Norden in den Süden Israels geflohen.

Am 11. August beschloss der UN-Sicherheitsrat die endgültige Textfassung der Resolution 1701. Wesentliche Punkte dieser Resolution waren die seit 1978 erstmalige Stationierung regulärer libanesischer Truppen im südlichen Libanon und eine auf 15.000 Soldaten aufgestockte UNIFIL-Mission. Im Zusammenhang mit der Resolution kam es zu einem Waffenstillstand, der am Morgen des 14. August 2006 in Kraft getreten ist. Anschließend haben sich die israelischen Truppen stufenweise aus dem Libanon zurückgezogen. Gleichzeitig haben Einheiten der libanesischen Armee und der UNIFIL Stellungen im südlichen Libanon bezogen.

Seit Beginn der Kämpfe wurden etwa 530 Hisbollah-Milizionäre durch israelische Truppen getötet. Insgesamt starben im Libanon ca. 1.100 Menschen, neben den schon erwähnten Hisbollahkämpfern, auch Angehörige des libanesischen Militärs und Zivilisten.

Durch die Raketenangriffe der Hisbollah wurden 43 Zivilisten getötet und 690 Menschen verletzt. Beim schwersten Angriff wurden am 16. Juli in einem Eisenbahndepot in Haifa acht Zivilisten getötet und weitere 17 verwundet. Die Zahl der Opfer in der Israelischen Armee liegt bei 119 Soldaten, die durch die Hisbollah getötet wurden.
Besonders verheerend im Kriegsverlauf war, dass Hisbollah-Kämpfer Zivilisten, darunter auch Kinder, in Gebäude brachten von denen zuvor Raketen auf Israel abgeschossen wurden. Weiterhin starben im Libanon auch viele Menschen, die Waffen für die Hisbollah in ihren Kellern bunkerten oder das Abschießen von Raketen von ihren Grundstücken ermöglichte. Die nachfolgenden Luftangriffe auf Waffendepots und Raketenabschussrampen waren nicht zu vermeiden. Wie in jedem Krieg kam es auch zu Toten unter der Zivilbevölkerung - was ausdrücklich zu bedauern ist.
Doch man muss sich eindeutig bewusst machen, wer diesen Krieg zu verantworten hatte. Hätte die Hisbollah nicht mit den Angriffen auf Israel begonnen, würden heute viele Menschen noch am Leben sein.
Im ganzen Konflikt ist zu beachten, dass die Bevölkerung im Südlibanon schon vor Kriegsbeginn mehrheitlich hinter der Hisbollah stand und nicht wie oft behauptet, sich erst während des Krieges mit ihr solidarisch zeigte. Dies änderte sich erst allmählich, als die Hisbollah die Versprechen zum Wideraufbau der zerstörten Infrastruktur nicht einhielt, sondern vorhandenes Geld lieber in Waffen investierte.
Für jeden unschuldigen Toten hat sich die Israelische Armee und Regierung entschuldigt. Auf der anderen Seite war dies zu keinem Zeitpunkt der Fall. Ziel der Hisbollah war es Jüdinnen und Juden zu töten, egal ob sie Armeeangehörige oder Zivilisten waren. Dem hat Hassan Nasrallah noch Nachdruck verliehen, in dem er alle Nicht-Jüdinnen und Juden aufforderte, Haifa zu verlassen. Trotzdem starben bei den Raketenangriffen auch viele arabische Israelis, die aber im Nachhinein von der Hisbollah als Märtyrer verstanden wurden. Doch als Märtyrer hätten sie sich selbst bestimmt nie sehen wollen. Genauso werden die toten Palästinenserinnen Palästinenser als Märtyrer angesehen, die ums Leben kamen als aus dem Libanon abgefeuerte Raketen in der Westbank einschlugen.

Wir stehen auf der Seite Israels und aller seit Jahrhunderten verfolgten jüdischen Menschen. Dass die einzige Demokratie im Nahen und Mittleren Osten Israel ist, ist kein Zufall. Wir fordern endlich einen Frieden für Israel, in dem seine Bewohnerinnen und Bewohner in Ruhe leben können. Auch der Bevölkerung der palästinensischen Autonomiebehörde wünschen wir, dass sie eines Tages in einer offeneren, demokratischeren, pluralistischeren und sozial gesicherteren Gesellschaft ankommen. Wir stehen dabei hinter den Kräften innerhalb der Autonomiegebiete, die sich für eine friedliche Lösung des Konfliktes einsetzen und für die Terror kein Weg ist.
Dass diesee Ziele jedoch noch in weiter Ferne liegen, ist uns auch bewusst. Dennoch werden wir den Kopf nicht hängen lassen und uns weiter für Demokratie, Freiheit und Frieden im Nahen Osten und die Vielfalt jüdischen Lebens in aller Welt einsetzen und dabei den Schutzraum von Jüdinnen und Juden vor Antisemitismus, den Staat Israel, nie aus den Augen verlieren.

Bundesarbeitskreis [BAK] Shalom der Linksjugend [’solid], Juni 2008

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