Ein Plädoyer für den Pluralismus – ein Plädoyer für die Prinzipien unseres Jugendverbandes

By • Jun 15th, 2008 • Category: linksjugend ['solid]

Darüber, ob es einem Großteil der Linksjugend [‘solid]-Mitgliedschaft gefällt oder nicht, dass es den BAK Shalom gibt, brauchen wir nicht zu diskutieren. Darüber kann sich jede/r selbst Gedanken machen. Die Frage ist bloß, wie mit einem Teil unseres Jugendverbandes umgegangen wird, wenn dieser nicht dem Bundessprecher_innenrat „gefällt“.
In einem Beschluss des Bundessprecher_innenrates (BSpR) der Linksjugend [‘solid] vom 13. Juni werden dem BAK nicht nur die ihm zustehenden Gelder eingefroren, sondern auch verboten, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Seit einigen Monaten schon beschäftigt sich der BSpR mit der Frage, wie man dem BAK Shalom die Öffentlichkeitsarbeit verbieten kann. Als Grund wurde angegeben, der BAK Shalom vertrete keinen Verbandskonsens und sei strömungspolitisch orientiert. Diese Begründung ist sofern schon fehlerhaft, da der BAK Shalom in keiner Weise behauptet hat, den Verbandskonsens widerzuspiegeln (wobei offen ist, wie dieser Konsens aussieht, da die vom BAK Shalom angesprochen Thematiken noch nie im Jugendverband behandelt wurden, bspw. auf einem Bundeskongress). Ganz im Gegenteil: der BAK hat immer klar formuliert, dass es sich um jeweils die Meinung des BAKs handelt. Es sollte also dringend hinterfragt werden, in welcher Art und Weise der BSpR zu dieser Feststellung gekommen ist.

Doch was bedeutet „keine Öffentlichkeitsarbeit“ überhaupt? Generell betrachtet, fällt hier so ziemlich alles rein: Keine Presseerklärungen, keine öffentlichen Papiere, keine Flyer, keine Reader, keine Aufkleber, keine öffentlichen Podiumsdiskussionen, keinen Newsletter, keine Internetseite, keine Meinungsäußerung – nichts! Wenn, dann sollten, so dessen Vorstellung, Materialien, Pressemitteilungen und Podiumsdiskussionen vorher vom BSpR „abgesegnet“ werden. Dies würde das Ende der Handlungsunfähigkeit des BAK Shaloms bedeuten, da absehbar ist, dass der jetzige BSpR Vorlagen des BAK ablehnen oder ins unendlich zerreden würde. Konkrete Aussagen einzelner Mitglieder des BSpR (bspw. von Max Steininger, der BAK bestünde aus „durchgeknallten Zynikern“) legen diesen Verdacht sehr nahe. Mit seiner Auffassung widerspricht der BSpR nicht nur allgemeine demokratischen Prinzipien, sondern bewegt sich auch noch weiter hinter die Autonomie zurück, welche etwa die Partei ihren Bundesarbeitsgemeinschaften gegeben hat. Dort ist es nicht nötig, einzelne Flyer, Veranstaltungen etc. vom Parteivorstand abnicken zu lassen. Trotzdem funktioniert die Arbeit der Bundesarbeitsgemeinschaften reibungslos, der Parteivorstand wir höchstens in Finanzfragen und Beteiligungen an Kampagnen u. ä. kontaktiert und beschäftigt sich dann damit.

Wir vom BAK Shalom bezweifeln überhaupt gar nicht, dass unsere Positionen für einen Großteil des Verbandes als diskussionswürdig gelten. Wir wehren uns gegen den Beschluss, der es dem BAK verbietet, öffentlich tätig zu sein und die Sperrung der Gelder (siehe Anlage). Die Kopplung der Zahlung von Geldern an die Forderung der Einstellung unserer Öffentlichkeitsarbeit würde bedeuten, dass schon die Internetseite des BAKs dafür sorgt, dass wir zukünftig keine dezentralen BAK-Treffen machen könnten und so die gesamte Arbeit des BAK einschlafen würde.

Einige würden darüber sicherlich laut jubeln. Aber diese Fragen müssen – abseits von inhaltlichen Differenzen – gestattet sein: Wohin kommen wir, wenn wir so mit einem Teil des Jugendverbandes umgehen, ihn indirekt verbieten statt miteinander zu reden? Was würde aus dem pluralistischen Selbstanspruch unseres Jugendverbandes werden? Verbieten statt diskutieren kann nicht die Devise sein. Es gibt einige israelsolidarische Linksjugend [‘solid]-Mitglieder und diese sind aktiv geworden. – Worin besteht das Problem? Das passt nur zu gut in unserem pluralistischen Anspruch. Ohne Pluralismus bleibt die inhaltliche Entwicklung des Jugendverbandes auf der Strecke, denn ohne Pluralismus brauchen wir nicht unsere Positionen zu hinterfragen, keine Diskussionen führen.

Wir haben dem BSpR bereits vor Wochen angeboten, in Zusammenarbeit mit dem BSpR und dem BAK Internationales, eine Reise in den Nahen Osten für das kommenden Jahr zu organisieren, auch um die Debatte im Jugendverband konstruktiv zu fördern. Bis heute haben wir keinerlei Antwort auf dieses Angebot erhalten. Stattdessen erhielten wir nun erst die Drohung, uns die Öffentlichkeitsarbeit zu verbieten und nun einen Beschluss mit der absurden Aufforderung, innerhalb von wenigen Tagen zum Vorsprechen zu erscheinen. Unsere terminlichen Einwände und Vorschläge wurden ignoriert.

Was ist nun aber mit dem strömungspolitischen Interesse des BAK Shalom? Immerhin scheint eine „einseitige proisraelische“ Haltung von vielen im Verband abgelehnt zu werden. Ein BAK sollte neutral arbeiten, weshalb demzufolge alle – auch Antizionisten und Gegner_innen Israels – im BAK vertreten sein sollen, wird gefordert. Dabei wird ignoriert, dass sich im Pluralismus Strömungen entwickeln. Ohne Strömungen existiert kein Pluralismus, da nützt es auch nichts, den Geldhahn zu zudrehen nur weil das dem BSpR nicht gefällt. Die Arbeit des BAK Shalom sollte deshalb eher Antrieb für Andere sein, sich ebenfalls in Bundesarbeitskreise zu organisieren und es dem BAK Shalom gleichzutun: Diskussionen und Bewegung anstoßen zu den unterschiedlichsten politischen Themen. Zudem ist die Einschätzung falsch, bei dem BAK handle es sich um eine homogene Einheit. Uns eint ein politischer Grundkonsens, der aber keinesfalls auf Fragen partei- oder verbandspolitischer Strömungen reduzierbar ist.

Zurück zur Öffentlichkeitsarbeit: diese gehört zur Politik, wie das Amen in der Kirche oder der Lautsprecherwagen zur Demo. Es ist daher undemokratische Willkür, einem Teil des Verbandes die Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Namen zu untersagen. Jede Ortsgruppe und jeder Landesverband kann Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Namen machen – und es gibt sogar Landesarbeitskreise die Infostände organisieren und Internetseiten betreiben – also ebenfalls öffentlich tätigt sind. Soll das dem BAK Shalom untersagt werden, nur weil er Einigen inhaltlich (trotz vermeintlichem pluralistischen Anspruchs) nicht zusagt? Und was würde es bedeuten, wenn der BAK Shalom zukünftig wirklich nicht öffentlich wirksam sein darf? Wer ist dann als nächstes dran? Wird dann auch bald die Öffentlichkeitsarbeit von Ortsgruppen verboten durch bspw. fehlende finanzielle Mittel, nur weil sie nicht Verbandskonsens widerspiegeln? Und überhaupt: Was ist denn eigentlich Verbanskonsens? Wo fängt er an – wo hört er auf? Und wo ist er geschrieben? Ist es das Programm? Und wenn ja, kann man das nicht unterschiedlich interpretieren? Das Wort Verbandskonsens ist also unbrauchbar, wenn wir darüber diskutieren, ob uns Positionen gefallen oder nicht. Letzten Endes entscheidet noch am ehesten der Bundeskongress darüber, was Verbandskonsens ist, obwohl ja auch der Bundeskongress keinen Konsens bei den Abstimmungen sucht.

Deshalb muss ganz klar gesagt werden: Ein Angriff auf den BAK Shalom ist ein Angriff auf die innerverbandliche Demokratie und auf den Pluralismus des Jugendverbandes, auf dessen Prinzipien und die Mündigkeit jedes einzelnen Mitglieds, und ist damit – so seltsam es auch für die größten Gegner_innen des BAK Shalom klingt – ein Angriff auf alle.

Die Aufgabe eines Bundessprecher_innenrates kann nicht sein, die Arbeit der Basis (und somit auch die des BAKs) zu kontrollieren. Die Linksjugend [’solid] versteht sich laut Satzung als basisdemokratische, emanzipatorische Plattform für „selbstbestimmte Politik“. Verbandsgeschichtlich steht „[’solid]“ für sozialistisch, links, demokratisch. Eine zentralistisch gesteuerte Politik hat hier nichts zu suchen.

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Wir freuen uns über die Unterstützungen für diesen Aufruf.

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31 Responses »

  1. Folgende Mails habe ich bezüglich diesen Textes erhalten nachdem ich diesen per Mail verschickt habe. Die Schreiber waren einverstanden damit das ich diese Mails hier öffentlich poste. Benjamin

    “Hallo Benni,
    Ich schliesze mich gern dem Plädoyer für den Pluralimus an,ich denke
    Ulf-Peter Graslaub,
    Leipzig,Ortsvorsitzender Die Linke.Lindenau-Leutzsch”

  2. “Lieber Benjamin!

    Kreise wie die LINKE schienen bisher der sichere Hafen zu sein für alle, die besonders unfähig oder unwillig schienen, sich komplexeren Verhältnissen zu stellen, als das eigene Bedürfnis nach einfachen, antiimperialistischen Bildern und Verkörperungen es zulässt; für alle, die es vor ziehen, in klaren Freund-Feind-Schemata dem projektiven Reflexen freien Lauf zu lassen. Der BAK Shalom ist ein Zeichen, dass kritisches Denken mit Blick auf kritische und emanzipatorische Praxis nicht in die Lesekreise verbannt bleiben muss.

    Die Existenz des BAK Shalom bedeutet, dass es auch im Feld der parlamentarischen Politik noch einen kleinen Grund gibt, sich nicht hauptsächlich ablehnend auf dieses zu beziehen. Dieser Grund ist eine Perspektive, die sich kritisch gegen jede Form der Ideologisierung gesellschaftlicher Praxis wendet. Das heiβt, dass gerade linke Politik sich selbstkritisch über ihre traditionellen Annahmen und Analysen verständigen muss – wie z.B. antiimperialistischen Ideologien, wie sie heute von den Nazis zu gar nicht so neuer Blüte gebracht werden; die moderne Phänomene sich nur antiamerikanisch, antisemitisch und regressiv antikapitalistisch erklären können.

    Wird dem BAK in irgendeiner Weise die Arbeit unmöglich gemacht, ist das das bitterste Armutszeugnis für eine Partei, die von sich behauptet, nicht alles so hinzunehmen, wie es ist. Eine Partei, die sich als Statthalterin des demokratischen Pluralismus begreift. Statt dessen aber scheinen einige ihrer VertreterInnen den Eindruck erwecken zu wollen, dass bei der eigenen Unfähigkeit zu argumentieren nur noch das blinde Umsichschlagen hilft. Das zeigt nicht nur der peinliche und armselige Umgang mit dem BAK, sondern auch das Verhalten der Parteizeitung Neues Deutschlad gegenüber Matthias Küntzel und vieles andere. Der Vergleich mit der SED-“Vergangenheit” liegt so nahe, dass es schon fast lächerlich ist, ihn zu wiederholen …

    Viel Glück, Leute vom BAK Shalom! Wenn ich euch irgendwie zur Seite stehen kann, meldet euch.

    Gerit-Jan Stecker”

  3. “Lieber Benjamin,

    ich möchte euch auch gerne unterstützen.
    Ich finde es sehr wichtig, dass die Politik der israelischen Regierung
    kritisiert wird, aber noch viel wichtiger, dass mensch sich dafür
    einsetzt, dass es innerhalb der politisch Linken (da zähle ich mich
    als linksgrüner auch dazu :)) zu einer differenzierten Kritik kommt
    und die hört ja meist schon da auf, wo der Staat Israel mit der
    Politik der aktuellen Regierung gleichgesetzt wird und die Bevölkerung
    gleich mit und vielleicht auch noch alle anderen jüdischen Menschen in
    der Welt…

    Zu mir als Person, Tim Rauschan, GRÜNE JUGEND, Bündnis 90/Die Grünen
    Beste Grüße
    Tim”

  4. “Lieber Benjamin,

    selbstverständlich unterstütze ich Euch.

    Solidarische Grüsse

    Lothar Galow-Bergemann”

  5. “Hi!
    Ich spreche gerne meine Unterstützung aus als Einzelperson und als ehemaliger Studienstipendiat der RLS.
    Viele Grüße,
    Floris Biskamp”

  6. “Lieber Benjamin,

    gerne unterstütze ich eure Protestmail. Ich finde ja, sie könnte noch offensiver formuliert sein, aber das habt ihr euch bestimmt vorher gut überlegt.
    Ich halte es für ein Unding, wie der BAK Shalom abgetan werden soll und unterstütze euch gerne.

    :::
    Sebastian Brux, ehem. Politischer Geschäftsführer der GRÜNEN JUGEND Bundesverband
    :::

    Ich wünsche viel Erfolg und auf bald,

    Sebastian”

  7. “hey benjamin,
    ich unterstütze das Anliegen den BAK zu retten.

    Alexander Harms”

  8. “Lieber Benjamin,

    Du kannst meine Unterschrift für Eure Öffentlichkeitsarbeit gegen die
    Zensurversuche der Linkspartei gerne mitverwenden,

    Herzliche Grüße

    Dr. Klaus Thörner, Oldenburg”

  9. […] ‹ Ein Plädoyer für den Pluralismus – ein Plädoyer für die Prinzipien unseres Jugendver… […]

  10. “Hi Benjamin,

    Ich möchte meine Unterstützung für den Aufruf “Ein Plädoyer für den Pluralismus ” ausdrücken.
    Der Versuch durch einen bürokratischen Beschluss die Konflikte mit strittigen Positionen des BAK Shaloms im Verband per Dekret zu beenden, ist grundfalsch. Es zeugt von politischer Hilflosigkeit auf das gesteigerte Medieninteresse am BAK Shalom mit einem Maulkorberlass zu reagieren.

    Mit solidarischen Grüßen,
    Fabian Thiel, Landesprecher linksjugend[‘solid] Hamburg”

  11. Bin an der neuen sozialdemokratischen Linkspartei eigentlich wenig interessiert. Habe aber durch Artikel in Jungle World und Konkret von Eurer Arbeit erfahren. Damit habt Ihr auf jeden Fall wichtige Debatten auch für Linke außerhalb der Linkspartei angestossen. Wobei mir in vielen Erklärungen die Konzentration auf den realpolitischen Flügel der Linkspartei doch sehr prägnant schien. Kommunismus als emanzapative Aufhebung der kapitalistischen Verwertung wurde höchstens mitgedacht, aber kaum erwähnt. Gegen jegiche Zensuversuche von seiten der Partei oder Jugendverbandes habt Ihr auf jeden Fall meine Unterstützung.

    Peter Nowak
    Journalist

  12. “Hallo,
    ich spreche dem BAK Shalom meine Unterstützung aus.
    MfG,
    Simon Habke, Privatperson ohne besonderen Zusammenhang”

  13. Ich unterstütze euch ausdrücklich in der Kritik am BSpR und im Plädoyer für ein einen Pluralismus, der allen BAKen zugute kommt.
    Ich sehe hier überhaupt kein Problem, da allen, den ich euer Material hier in NRW gezeigt habe, klar war, dass es sich um einen Teil des Jugendverbandes handelt – mit sehr positivem Feedback!
    Ich unterstütze eure Intervention voll und ganz – hier und da abweichende Meiung eingeschlossen.
    Wie wird das Mitteleinfrieren denn genau begründet? – also etwa auch formal? oder nur inhaltlich? (sprich: BAKe an die kurze Leine)

    viel Erfolg
    Wir sehen uns auf dem BAK Wochenende!
    Bernd

    P.S.: Lasst uns da auch mal über eure Pläne der Nahostreise reden, würde ich im BAK International voll unterstützen!!

  14. […] mit der Israelsolidarität bei der LINKEN? […]

  15. Als Fördermitglied kann ich über die Zensurversuche des BSpR nur mit den Kopf schütteln, bleibt es dabei kündige ich meine Fördermitgliedschaft beim Jugendverband aus zwei Gründen. Erstens wegen der Zensur, zweitens wegen der offenbar antizionistischen und antiisraelischen Haltung einer “Mehrheit”?? im Jugendverband

  16. “Liebe Christin, lieber Benjamin!
    Hiermit erkläre ich meine uneingeschränkte Solidarität mit dem bak shalom!
    Mit solidarischen Grüßen
    Michael Hans Höntsch
    Fraktionsvorsitzender
    Die Linke. Region Hannover im Rat der Landeshauptstadt
    Mitglied der DIG (Deutsch Israelischen Gesellschaft) “

  17. Hallo Benjamin,

    auch ich unterstütze euren Aufruf “Plädoyer für den Pluralimus”.

    Ihr steht auch weiterhin nicht alleine mit eurer Kritik am tumben Antiimperialismus und an der regressiven Kapitalismuskritik vieler Mainstreamlinker. Es werden zwar langsam, aber stetig immer mehr, die aus den allzu simplifizierenden linken Denkschablonen ausbrechen.

    Gruß,

    Reginald König

  18. hallo bak shalom,

    Solidarische Grüße von der aawe, auch wir unterstützen euren ” Aufruf für den Pluralismus” und wünschen euch viel Erfolg, bei eurer weiteren Arbeit.

    Antisemitismus und Antizionismus bekämpfen mit allen Mitteln, auf allen Ebenen!

  19. Hallo an alle vom Bak Shalom

    Meine Unterstützung will ich nicht fehlen sehen.

    Ich hoffe das der Spuk in ein paar Jahren um ist, es scheint gerade einiges in Bewegung(richtung neue Linke? Oder gar etwas Neues?) zu sein,

    viélleicht darf man hoffen, das der ganze schon lange unwahr gewordene Ballast losgelassen werden kann.

    Sebastian Stark, Grüne Jugend, Bündnis 90/Die Grünen, Frankfurt

  20. […] sondern auch verboten, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten” kann man seit gestern auf dem Blog des Bundesarbeitskreises Shalom nachlesen. Die Antwort des Arbeitskreises lies natürlich nicht lange auf sich warten, sie erschien […]

  21. “Hallo BAK Shalom
    ich unterstütze, als Mitglied des Landesvorstandes der LINKEN Sachsen
    und Mitarbeiterin im linXXnet Leipzig euer Plädoyer. Alles Gute und Kraft!
    Juliane Nagel”

  22. “Dabei war es doch so mutig von Seiten der Linkspartei, einzusehen, dass sich mit Antisemitismus beschäftigt werden muss! Gerade und besonders in der deutschen Linken.
    Für den Erhalt des BKA Shalom,
    Kimey Pflücke”

  23. Ich trete zwar nicht für bedingungslose Unterstützung Israels ein, möchte das Plädoyer jedoch im Sinne des innerverbandlichen Pluralismus trotzdem unterstützen.
    Thies Wilkening,
    Linksjugend [‘solid] LV Hamburg

  24. Ich schliesse mich dem Anliegen an. Wenn dieser Sprecherinnenrat so weitermacht, sollte man ernsthaft drüber nachdenken Parallelstrukturen zu gründen. Der Bundesverband war n Versuch, man muss aber auch wissen wann Schluss ist. Zum Bsp. wenn man seine zeitlichen Ressourcen für solchen Schwachsinn verschwenden muss.

  25. Im Debatten-Blog der Welt schreibt Alan Posener:

    Wie es scheint, will die Jugendorganisation der Linkspartei ihre pro-israelischen Mitglieder mundtot machen.

    Alles weitere hier. Auf die Gefahr hin, dass meine Sympathie für eine pro-israelische Linke mir als “Antideutschtum” ausgelegt wird, und – solche Disclaimer sind anscheinend nötig – ohne mich mit den Aussagen der Genossen von BAK Shalom zu identifizieren, möchte ich mich mit ihrem Anliegen, dem Schaffen einer Linken, die nicht “regressiv” ist, sondern progressiv (und darum nicht antiisraelisch oder antiamerikanisch), ausdrücklich solidarisieren. Es ist schon bezeichnend, zu welchen Mitteln innerhalb der Linkspartei gegriffen wird, um diese Stimmen zum Verstummen zu bringen.

    Schön, Unterstützung von allen Seiten zu bekommen.

  26. Der Jugendverband der Partei DIE LINKE. nimmt für sich in Anspruch, ein Bewegungsverband zu sein, der auch außerparlamentarisch aktiv ist. Das muss aber gleichzeitig bedeuten, Diskussionen innerhalb des Jugendverbandes führen zu können, die aus dem außerparlamentarischen Spektrum inspiriert worden sind.
    Der Jugendverband riskiert mit diesem Beschluss eine Aufkündigung der Zusammenarbeit zwischen der Partei DIE LINKE bzw. linksjugend[‘solid] und dem außerparlamentarischen Spektrum. Denn wir haben durch den BAK Shalom Ansprechpartner_innen innerhalb dieser Strukturen.

  27. Vielen Dank für euren Mut! Weiter so!

  28. Auf ihrer heutigen Landesmitgliederversammlung (LMV) hat die Linksjugend [‘solid] Hamburg heute einstimmig (bei zwei Enthaltungen) folgenden Beschluss gefasst:

    Gegen Ausgrenzung – Für einen demokratischen Jugendverband!

    Stellungnahme der LMV Hamburg zum Beschluss des BSpRs dem BAK Shalom keine Gelder mehr zu zahlen und ihm die Öffentlichkeitsarbeit zu verbieten.

    Die LMV Hamburg verurteilt das Vorgehen des BSpRs gegenüber dem BAK Shalom und fordert ihn auf diesen Beschluss zurückzunehmen. Inhaltliche Differenzen dürfen nicht zum Anlass genommen werden mit bürokratischen Maßnahmen gegen die politischen Po-sitionierungen eines Arbeitskreises vorzugehen. Dies ist ein Angriff auf die innerverbandli-che Demokratie. Für uns stellt sich die Frage, ob es beim BspR üblich wird mit kontrover-sen Diskussionen so umzugehen.

    Auch in Hamburg gibt es keinen politischen Konsens zu den Ansichten des BAK Shaloms. Aufgabe eines demokratischen Jugendverbandes ist es jedoch politischen Differenzen auch politisch zu begegnen und sie gemeinsam zu diskutieren.
    Ohne solche Diskussionen würde berechtigter Weise der Eindruck entstehen, dass Minderheitsmeinungen in unserem Jugendverband mit bürokratischen Mitteln unterdrückt werden, das würde viele Mitglieder frustrieren und Interessierte abschrecken.

    Wir können nur alle Basisgliederungen auffordern, die inhaltliche Diskussion zu beginnen. Als eine Diskussionsgrundlage kann hier unter anderem die Positionsbestimmung des BSpRs „Shalom heißt Frieden – Linksjugend [‘solid] und der Nahe Osten“ dienen.

  29. Jugendliche – an ihrem “Start ins Leben” sich naturgemäß überwiegend der Idee der Verteilungsgleichheit (“Gerechtigkeit”) verbunden fühlend, mit wachsendem Alter jedoch immer zahlreicher realistisch erkennend, daß für ein funktionierendes Wirtschaftssystem zwecks richtiger Motivationsdosierung eine abgestufte leistungs- bzw. verantwortungsbezogene Arbeitsbezahlung essentiell ist (und daß perfekte “Gerechtigkeit” so oder so ein utopische Illusion ist!, oder ging es im diktatorisch durchgesetzten “Sozialismus” etwa “gerecht” zu??) – sollten mit einem Parteieintritt eigentlich so lange warten, bis sie in ihrem Berufsleben einige Erfahrung gesammelt haben, egal ob jüdisch oder nichtjüdisch! 😉

    [Nebenbei: aus einem ähnlichen Lebenserfahrungsgrund sind mir junge Menschen suspekt, die schon im vorberuflichen Alter diesen altersgemäßen Idealismus “überspringen” und sofort in der Jungen Union oder bei den Jungen Liberalen aktiv werden…]

    Mit wachsendem Alter wächst sich so einiges aus – und eigentlich sollte man dann auch immer besser durchschauen können, wie sehr die SED-FDJ-Ideologen sich die politische Wirklichkeit passend machen, um weiterhin, den argentinisch-kubanischen Verbrecher Ernesto Guevara auf der T-Shirt-Brust spazierenführend, ihren Lebenssinn im “antikolonialistisch-antiimperialistischen Kampf” finden zu können: der HEUTIGE Verbrecher Mugabe wird zugunsten des alten antikolonialistischen Kämpfers, der er vor 30 Jahren tatsächlich mal gewesen ist, virtuos entgegen allen berichteten Offensichtlichkeiten bagatellisiert, siehe http://www.jungewelt.de/2008/06-11/001.php und http://www.jungewelt.de/2008/06-12/025.php?print=1.

    Der Pappkamerad “Antiimperialismus” als ideologischer Kitt der kommunistischen Illusion ist in Eurer Partei weiterhin deutlich wichtiger als die professionelle REALITÄTSANGEMESSENE politische Analyse, und er wird sogar, wie hier zu sehen, mit alten parteidisziplinierenden Methoden rabiat verteidigt. Eigentlich sollte dieses “führerprinzipiell-räterepublikanische” Verhalten dem letzten gleichheitsfixierten Idealisten klargemacht haben, wes demokratiefeindlichen Geistes Kind die SED-“Linkspartei” weiterhin ist.

    Eigentlich wäre es – auch wenn sich der Hamburger Verband mit dem BAK solidarisiert hat – das Schlaueste, Ihr würdet geschlossen in die SPD übertreten und die kommunistischen Sektierer in ihren vorgestrigen Hirngespinsten (zu denen im “antiimperialistischen” Sinne ja auch das krampfhafte festhalten an der Pallywood-Inszenierung des “Mordes” der Zahal an Mohammed al-Dura gehört: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/05/26/dlf_20080526_1742_c78dd17c.mp3) alleine lassen!

    Ihr seid zu jung, um Euch in der D”D”R in die Machtspiele der SED verstrickt zu haben, somit ist Euch dahingehend kein Vorwurf zu machen – aber wider besseres Wissen eines diffusen Idealismus’ wegen in eine undemokratische Partei einzutreten, das ist zwar keine justiziable Fehlleistung, aber doch eine Fehlleistung. Und weil sie nicht justiziabel ist, solltet Ihr sie auch problemlos korrigieren können! *g*

    Zu guter Letzt, weil man das ja irgendwie verschwörungstheoretisch munkeln könnte: nein, weder bin ich Mitglied, noch auch nur Sympathisant der SPD (das ist seit 20 Jahren vorbei) – wohl aber bin ich, wenn auch nicht unkritisch, ein (nichtjüdischer) Sympathisant des Staates Israel!

    Überlegt’s Euch! – Mit besten Grüßen

    Wolter

  30. untenstehender link will als kleiner beitrag zur versachlichung der debatte verstanden werden – für mich steht das existenzrecht israels außerfrage, aber auch, dass beide seiten endlich abstand nehmen müssen von ihrer gewaltlogik und jeglicher provokation der anderen seite. Frieden für israel wie palästina wird es nur geben, wenn die militärische in der praxis nicht mehr als erste und alternativlose option in diesem konflikt erachtet wird, und auch die palästinensische bevölkerung endlich unter bedingungen leben kann, unter denen sie perspektiven zu entwickeln in der lage ist.
    jayne
    http://www.linke-bildung-kultur.de/index.php/archives/2008/06/12/auch-eine-frage-der-definition-israel-im-diskurs-der-linken/

  31. […] wir heute vom AKuBiZ aus Pirna. Nach all den solidarischen Bekundungen in den Kommentaren (hier und hier gibt es nun also eine weitere Soli-Erklärung. Natürlich freuen wir uns auch hier auf eure […]

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