1. Bundeskongress der Linksjugend [‘solid]

By Milch&Honig • Apr 8th, 2008 • Category: linksjugend ['solid]

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Vom 4. bis 6. Mai trafen sich die Delegierten der Linksjugend [‘solid] aus den Landesverbänden und die des BAK Shalom (zur Zeit der einzige Bundesarbeitskreis, welcher die Bedingungen für den Erhalt von 2 Delegierten erfüllt) zum ersten Bundeskongress der Linksjugend [‘solid] in Leipzig.
Hauptpunkt des ersten ordentlichen Bundeskongresses war die Erarbeitung eines Programms für den Jugendverband der Partei DIE LINKE. Dabei brachte sich der BAK Shalom mit einem Antrag zum Thema „lookism“ ein.
Auch die “BAK Shalom”-nahe Gruppe ISKRA schlug den Delegierten einen Antrag vor, welcher die Forderung beinhaltete, dass Oskar Lafontaine nicht mehr als Parteivorsitzender kandidieren sollte. Leider wurden beide Anträge nicht auf die Tagesordnung gesetzt, da bis zum Ende der Tagung - u. a. aufgrund der hohen Anzahl an Änderungsanträgen an das Programm (circa 200) - dafür keine Zeit mehr blieb.
Die Anträge wurden nun an den Länderrat (LR) des Jugendverbandes (dem zweithöchsten Gremium, welches sich auf jeweils 2 Delegierten aus den Bundesländern zusammensetzt) verwiesen. Es bleibt abzuwarten, ob es innerhalb des Länderrates zu einer wirklich inhaltlichen Auseinandersetzung zu den Anträgen kommt. In der Vergangenheit konnte der LR davon leider nicht überzeugen.

 

Grußwort von Franziska Drohsel (Jusos).jpg Mitglieder des BAK Shalom_BuKoLeipzig*jpg Sitzungsaal02_BuKo_Leipzig.jpg

Neben dem nun beschlossenen Programm des Jugendverbandes, welches sich an einigen Stellen leider durch eine oberflächliche Kritik am Kapitalismus, Parolen und anderen Schlagwörtern hervorhebt, wurden die verschiedensten
Personalwahlen durchgeführt. Dabei wurden in den neuen BundessprecherInnenrat, welchen auch unser Bundessprecher Benjamin Krüger bis zum letzten Wochenende angehörte, hauptsächlich Alt-Solids gewählt. KandidatInnen, die zuvor Kritik an der Atmosphäre und der programmatischen Ausrichtung des Verbandes übten, wurden als Fremdkörper wahrgenommen. Trotzdem freut es uns, dass auf der Liste zur Sicherung der Mindestquotierung (im Volksmund immer gerne „weibliche Liste“ genannt) auch neues Personal in den BSpR gewählt wurde. Bei den Wahlen der Delegierten zum Bundesparteitag gab es hingegen kaum Kompromisse seitens der ehemaligen Solid-Mitglieder. Die meisten Delegierten sind bewährte Mitglieder des ehemaligen Jugendverbandes „[‘solid]“. Ein neuer gemeinsamer Jugendverband, der gleiche Beteiligungschancen für alle verspricht, ist nur auf dem Papier zu finden und in Wirklichkeit nicht existent.

Zu einer wirklichen Öffnung des Jugendverbandes gegenüber allen Mitgliedern kam es daher leider auf diesem Bundeskongress keinesfalls. Unterstützt wurde dieser Kurs zudem durch eine klare Missachtung der pluralistischen Grundsätzen des Jugendverbandes, welche er sich auf die Fahne geschrieben hat. In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es am Stand des BAK Shalom zu einem sehr unerfreulichen Zwischenfall. Dabei wurden neben den dort platzierten Selbstdarstellungsfoldern des BAK Shalom auch Flyer anderer Gruppen bspw. zum Thema „Palituch“ (circa 300 Flyer) entwendet und aller Wahrscheinlichkeit zerstört.

Der Bundesarbeitskreis Shalom wird sich durch diese Vorfälle nicht von seiner weiteren Arbeit abhalten lassen. Neben unseren geplanten Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen des Staates Israel werden wir in diesem Jahr den Jugendverband weiter mit Inhalten bereichern und durch inhaltliche Debatten und Diskussionen in Bewegung halten, damit auf lange Sicht verkürzte Kapitalismuskritik und völkische Solidaritätsbekundung keinen Platz in einem Verband mit emanzipatorischem Anspruch haben. Immerhin - ein kleiner Erfolg ist hier auch im neuen Programm zu finden. Nicht zufällig stellt die FAZ fest: “Die uneingeschränkte Solidarität mit Palästina, die ein wichtiger Diskussionspunkt im Verlauf des letzten Jahres war, kommt im Programm nicht mehr vor.”

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3 Responses »

  1. “In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es am Stand des BAK Shalom zu einem sehr unerfreulichen Zwischenfall. Dabei wurden neben den dort platzierten Selbstdarstellungsfoldern des BAK Shalom auch Flyer anderer Gruppen bspw. zum Thema „Palituch“ (circa 300 Flyer) entwendet und aller Wahrscheinlichkeit zerstört.”
    Was für eine gute Nachricht! Scheinbar ist bei der Linkspartei noch nicht alles verloren!

  2. Naja. Wenn du das als Heldentat feierst. Von mir aus. Ich hätte durchaus Verständnis dafür, sollte jemand den Flyer diskutieren wollen (stecken ja nicht alle so tief in dem Thema drin)… Aber das Wegwerfen von Flugblättern als gute Nachricht zu feiern…

  3. [...] befreundeten Organisationen. Selbst private Unterlagen wurden durchsucht, entfernt oder zerrissen. Das ist nicht der erste Vorfall dieser Art und aus diesem Grund auch kein Zufall, dass es den BAK Shalom traf. Es wurde im darauf folgendem [...]

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